Oldenburg/Lohne/Visbek - Verschiedene erneuerbare Energien so koppeln, dass sie ein verlässliches eigenes Kraftwerk für mittelständische Unternehmen bilden – mit diesem neuen Ansatz treten drei Unternehmen des Oldenburger Landes an. Es gehe letztlich darum, „Energiekosten nachhaltig zu reduzieren“, erläuterte Peter Forch, Geschäftsführer von Linden Energy (Oldenburg).
2012 sei mit Planungen begonnen worden. „Jetzt überrollen uns die Anfragen“, sagte Forsch gestern. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Kombikraftwerke entstehen.
Forchs Unternehmen kooperiert bei dem Projekt für ein Kombi-Kraftwerk mit Envitec Biogas aus Lohne und Schulz Systemtechnik aus Visbek (Kreis Vechta). Schulz ist Spezialist für automatische Prozesssteuerung und Energietechnik in Unternehmen, Envitec hat viel Erfahrung im Markt für Biogas, Stromhandel und Kraft-Wärme-Koppelungen (KWK). Linden Energy schließlich ist auf Windkraft, Photovoltaik und Projektfinanzierung ausgerichtet.
Bisher, so erläutert Forch, werde in Firmen der Branche „fast ausschließlich in Einzeldisziplinen und gesetzlichen Einspeisetarifen gedacht“. Die fachübergreifende Kooperation der drei oldenburgischen Firmen sei „ein Novum“. Stärken der einzelnen Ökostromträger würden durch ausgeklügelte Technik kombiniert, Schwankungen ausgeglichen.
Zielgruppe sind mittelgroße Unternehmen. Sie sollen sich mit dem Kombi-Kraftwerk zu 40 bis 60 Prozent aus erneuerbaren Energien selbst versorgen können. Der Rest werde aus dem Stromnetz bezogen.
Zahlreiche Unternehmen denken zurzeit über eigene Stromproduktion nach, um den hohen Kosten beim Bezug aus dem allgemeinen Netz zu entgehen. Zu den prominenten Beispielen in der Region gehört das Metallunternehmen Kronos Titan in Nordenham.
