Hude - „Ich bin überzeugt davon, dass Sie am Ende des Tages der Meinung sein werden, es hat sich gelohnt“, kündigte Wolfgang Martens, allgemeiner Vertreter des Huder Bürgermeisters, am Sonnabend an. Denn von 10 bis 16 Uhr referierte Rüdiger Lilje im Huder Feuerwehrhaus über die „Stärkung der Innenentwicklung in den Städten und Gemeinden“ und gab damit Ratsmitgliedern einen Einblick in das Bauplanungsrecht. Im Zuge der von der Kommunalakademie des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes initiierten Reihe „KomFort“, einem Schulungsprogramm für Ratsmitglieder, informierte Rüdiger Lilje umfassend über die „Planungshoheit der Gemeinde“.
„Es ist so, dass wir heute auch fröhlich sein wollen“, begann Rüdiger Lilje, „auch bei einem ernsten Thema kann man Spaß haben“, erklärte der Fachbereichsleiter des Bauamtes der Samtgemeinde Suderburg. „Mein Part soll sein, sie anzustoßen, dass sie über etwas nachdenken, worüber sie noch nie nachgedacht haben“, sagte Lilje. Den Vorrang hatte in seinem Referat die Entwicklung des Innern in Städten und Gemeinden. „Die Innenentwicklung soll der Außenentwicklung vorgezogen werden“, berichtete Lilje. Kurz gesagt: Erst muss eine Gemeinde alle bebaubaren Flächen innerhalb ihrer Grenzen nutzen, bevor sie nach weiteren Arealen im Außenbereich sucht.
„Wir zerstören Natur, wenn wir Häuser bauen“, mahnte der Referent. Die Folgen dessen seien immens: Artenschwund in Tier- und Pflanzenwelt, der Verlust von Landschaft für die Erholung, und der Verlust von land- und forstwirtschaftlichen Flächen als Ressourcen für Nahrung oder Produktion.
Deswegen stellte er Beispiele zur Ermittlung von Innenentwicklungskapazitäten vor. Als mögliche Bauflächen innerhalb der Gemeinde nannte er Baulücken, falsch genutzte Flächen oder noch unbebaute Arrondierungsflächen. Auch Wohnungsleerstände müssten erfasst werden.
„Ihr Weg als Kommune muss sein, einen Kompromiss zu finden“, erklärte Lilje. „Denn wir wollen keinem absagen, der hier leben möchte.“ Bis zum Nachmittag erläuterte Lilje den Seminarteilnehmern ausführlich Handlungsempfehlungen im Rahmen der städtischen Innenentwicklung.
