Hannover/Bremen - Auf eine vollzeitbeschäftigte Kita-Fachkraft kommen in Bremen im Durchschnitt 3,4 ganztags betreute Krippenkinder. In Niedersachsen sind es 4,1 Krippenkinder. Diese Zahlen nennt die Bertelsmann-Stiftung in ihrer am Montag veröffentlichten Studie zur frühkindlichen Bildung.

Während Bremen damit top ist, liegt Niedersachsen zurück. „Die Qualität der frühkindlichen Bildung in Niedersachsen kann sich nicht nur im Bundesvergleich sehen lassen“, hält Kultus-Staatssekretärin Erika Huxhold dagegen und verweist auf den günstigen Personalschlüssel bei den älteren Kindern (8,6 Kindergarten-Kinder pro Fachkraft). Außerdem habe das Land reagiert und übernehme seit 2015 die dritte Fachkraft in Krippen. Das sei in der Bertelsmann-Studie (Stichtag 1. März 2014) noch nicht berücksichtigt.

In Niedersachsen gibt es laut Kultusministerium 3200 Krippengruppen (20 Stunden Betreuungszeit pro Woche). Rund 2600 davon können eine Finanzierung der dritten Fachkraft erhalten (Voraussetzung sind elf belegte Krippenplätze).

70 Prozent davon haben bereits einen Antrag auf Finanzierung der dritten Fachkraft gestellt. Das Land investiert 2015 631,3 Millionen Euro in frühkindliche Bildung. „Gerade die Kleinsten brauchen viel Zuwendung“, sagte Huxhold.

Zwischen den Bundesländern unterschieden sich laut Studie die Personalschlüssel stark. In ostdeutschen Ländern kümmern sich die Erzieherinnen um deutlich mehr Unter-Dreijährige (1:6,1), in westdeutschen Ländern deutlich weniger (im Schnitt 3,6). Die Unterschiede zwischen den Ländern seien allein politisch erklärbar, sagte Anette Stein, in der Bertelsmann-Stiftung Direktorin des Programms für frühkindliche Bildungsinvestitionen, am Montag auf Nachfrage dieser Zeitung. Der Anteil der Eltern an den Kosten der Kinderbetreuung liegt in Niedersachsen mit 17 Prozent übrigens deutlich höher als in Nordrhein-Westfalen (zehn Prozent).


Das Land Niedersachsen finanziert einen Anteil von 24,3 Prozent, also jeden vierten Euro, der zur Kinderbetreuung aufgewendet wird. 58,5 Prozent, also der weitaus größte Teil, entfällt auf die Kommunen, sagte Direktorin Stein. Die Höhe der Beiträge, auch über Befreiungsmöglichkeiten für Eltern mit geringerem Einkommen, entscheiden die Kommunen.