Seefeld - Vor allem Familien sind willkommen beim Tag des offenen Hofes. Gastgeber ist am Sonntag, 15. Juni, das Ehepaar Ingeborg und Lür Kaemena, das in Morgenland bei Seefeld einen Milchviehbetrieb bewirtschaftet, wie er für die Wesermarsch typisch ist. Veranstalter ist der Kreislandvolkverband.
Dessen Geschäftsführer Manfred Ostendorf verspricht einen Erlebnistag mit Einblicken in die Landwirtschaft und vergnüglichen Aktionen. Diese Mischung habe sich für die seit 20 Jahren angebotene Veranstaltung bewährt. Meistens kämen zwischen 3500 und 6000 Besuchern. Parkplätze gibt es genug: auf einer großen Weide neben dem Hofgebäude.
Pastor Janßen predigt
Los geht es um 10 Uhr mit einem Hof-Gottesdienst, den der Seefelder Pastor Walter Janßen feiert. Der Kinderchor singt dazu. Um 11 Uhr eröffnen Ingeborg und Lür Kaemena als Gastgeber die Veranstaltung. Dann sprechen der neue Vorsitzende des Kreislandvolks, Dr. Karsten Padeken aus Frieschenmoor, Landrat Thomas Brückmann und Bürgermeister Boris Schierhold. Dazu spielen die Jagdhornbläser Kleine Weser.
Das war‘s mit dem offiziellen Teil; danach sind die Besucher aufgefordert, sich selbst über alles zu informieren, was mit der Landwirtschaft in der Wesermarsch zusammenhängt. Insgesamt 40 Landwirte, durch Namensschilder gekennzeichnet, sind auf dem Hofgelände unterwegs, um sich von Interessierten ansprechen zu lassen und nach Möglichkeit jede Frage zu beantworten: kompetente Auskünfte direkt vom Erzeuger.
Und wer schon immer wissen wollte, wie der moderne Landwirt die Kuh um ihre Milch erleichtert, sollte sich ab 15.30 Uhr das Schaumelken nicht entgehen lassen. Wilke Kaemena, der 16-jährige Sohn des Bauern-Ehepaars, und der Auszubildende Yannick Göckemeyer zeigen im Melkkarussell, wie‘s geht.
Wer sich eher für Milch interessiert, die schon zubereitet ist, findet beim mobilen Melkhus von Heike Köhne leckere Angebote. Lecker geht‘s natürlich auch in der Cafeteria zu, die bei jedem Tag des offenen Hofes ein Glanzlicht ist. Die Seefelder Landfrauen backen selbst und lassen ihre Verbindungen zu Dutzenden backenden Landfrauen in der ganzen Wesermarsch spielen. Bratwurst und Gyros sind ebenfalls im Angebot.
Betriebe, die den Hof beliefern, stellen sich vor: Das Spektrum reicht von der Raiffeisen-Warengenossenschaft über einen Lohnunternehmer bis zum Landmaschinenmechaniker. Das Kreislandvolk will damit einerseits deutlich machen, dass die Landwirtschaft auch außerhalb der Höfe Arbeitsplätze schafft und erhält, andererseits aber vermeiden, dass eine kleine Gewerbeschau entsteht.
Zu Gast sind auch die Feuerwehr, die Zumba-Tänzer des Seefelder Turnvereins, die Rostheuler und der Mühlenverein.
Und die Kinder? Sie können am Malwettbewerb „Bauerhof in Morgenland“ teilnehmen, beim Hof-Quiz einen lustigen Preis gewinnen, basteln, Trettrecker fahren, im Sandhaufen spielen und im Planwagen des Bürgervereins Augustgroden mitfahren. Und natürlich ist auch die NWZ im Rahmen ihrer Aktion „Mein Bauernhof“ vertreten (siehe Info-Kasten).
Keine Kuh kalbt allein
Lür Kaemena ist 47 Jahre alt und hat den Hof 1991 von seinem Vater übernommen. Damals hielt er auf 46 Hektar 27 Kühe. Seitdem hat sich viel verändert: Jetzt sind es 120 Kühe auf 120 Hektar. 1993 heiratete er seine Frau Ingeborg (jetzt 46) und begann, den ersten Laufstall für 60 Kühe zu bauen. 2007 kam ein zweiter Laufstall für weitere 84 Kühe hinzu, 2012 ein Stall für trockene Kühe, die in Kürze kalben. Clou sind zwei Strohställe als Kreißsäle, die eine Kamera überwacht, die ihre Bilder auf Lür Kaemenas Handy überträgt, so dass er weiß, wann er helfen muss. „Bei mir kalbt keine Kuh allein“, sagt der Morgenländer. Auch das sollen seine Gäste beim Tag des offenen Hofes erfahren.
