Oldenburg - Wohin geht die Reise kleiner und mittlerer Versicherer? Unter diesem Motto stand am Mittwoch der zehnte Oldenburger Versicherungstag im Bibliothekssaal der Universität Oldenburg.

Eingeladen hatte die Uni Oldenburg in Kooperation mit dem Verein zur Förderung der Versicherungs- und Finanzmathematik (vfvf). Richtlinien und Regulierungen beschäftigen die Branche schon mehrere Jahre – ganz vorn die EU-Regulierungspakete Solvency und Solvency II.

Gerade kleinere Versicherungen – von denen es auch einige in der Region gibt – haben darunter zu leiden. Viele Unternehmen seien zurzeit noch verunsichert, wie die Versicherungsaufsicht konkret auf die Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften und die umfänglich geforderte Berichterstattung in den einzelnen Unternehmen reagiere, sagte Prof. Dr. Dietmar Pfeifer von der Uni Oldenburg.

Ändere sich etwa der Zins, müssten Versicherer gleich mit ganz anderen Rückstellungen kalkulieren. Problematisch seien vor allem unklare, widersprüchliche Formulierungen, die Versicherern das Leben schwer machten. Pfeifer, der demnächst in den Ruhestand verabschiedet wird, sprach von einem System, das komplexer sei als die deutsche Steuergesetzgebung. Allein alle Texte zu Solvency II hätten „den dreifachen Umfang der Bibel“, erklärte Pfeifer.

Abschließend gab es eine Podiumsdiskussion mit mehreren Versicherern zum Thema „Reform der Versicherungsaufsicht: Wohin geht die Reise? Erfahrungsberichte aus der Praxis“.