Oldenburg - Die Weichen sind gestellt: Das in finanzielle Schieflage geratene Evangelische Krankenhaus hat sich am Freitag mit den Tarifparteien endgültig auf einen sogenannten Zukunftssicherungsvertrag geeinigt. Das Ergebnis wurde von allen Seiten als „tragbarer Kompromiss“ bezeichnet. Aus Sicht von Kaufmännischem Vorstand Thomas Kempe ist damit der Weg frei, erfolgreich mit den Banken zu verhandeln.

Als das Evangelische Krankenhaus (1100 Mitarbeiter) im August seine finanziellen Schwierigkeiten offenbarte, war zunächst daran gedacht worden, der Belegschaft das Weihnachtsgeld zu streichen, was viel Unmut ausgelöst hatte. 2012 verbuchte die Klinik mit den 393 Betten einen Verlust von 8,6 Millionen Euro.

In dem Zukunftssicherungsvertrag wurde nun festgeschrieben, diese „Jahressonderzahlungen“ nicht zu streichen, sondern auf drei Teile zu strecken. Die nicht-ärztlichen Mitarbeitenden erhalten in diesem Jahr 850 Euro, 50 Prozent des Restbetrags im April 2014 und das letzte Drittel je nach Betriebsergebnis im Mai/Juni 2015. Gewerkschaft Verdi (Tarifpartner Pflege), Marburger Bund (Vertretung Ärzteschaft), Vorstand und Mitarbeitervertretung waren mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden.

Um den unterschiedlichen Verträgen von nicht-ärztlichen Angestellten und Medizinern gerecht zu werden, verzichten die Ärzte 2013 und 2014 auf eine zweiprozentige Lohnerhöhung und stimmten überdies einem zweiprozentigem Gehaltsverzicht zu.

„Damit sind alle Berufsgruppen mit dem gleichen prozentualen Anteil im Verhältnis zum Einkommen betroffen“, erläutert Thomas Kempe. Er dankte allen dafür, dass sie mit diesem Kompromiss zur Zukunftssicherung des Hauses beitragen. Peter Oehne, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, ergänzt: „Wir als Mitarbeitervertretung haben uns dafür eingesetzt, dass der Zukunftssicherungsvertrag auch andere Themen regelt, die für die Mitarbeitenden wichtig sind. So hat z.B. die Tarifkommission die Bildung eines Sanierungsausschusses verhandelt, in dem auch Arbeitnehmervertreter beteiligt sind.“


Verdi-Gewerkschaftssekretärin Annette Klausing (Hannover) hatte bereits die verbesserten Mitbestimmungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter in dem Vertrag gelobt (NWZ  berichtete).