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Konjunkturumfrage der IHK Bessere Stimmung, aber keine Entwarnung in der regionalen Wirtschaft


Ein überraschend gutes Weihnachtsgeschäft (im Bild die Oldenburger Innenstadt) hellte die Stimmung im Einzelhandel auf.
Tobias Frick

Ein überraschend gutes Weihnachtsgeschäft (im Bild die Oldenburger Innenstadt) hellte die Stimmung im Einzelhandel auf.

Tobias Frick

Oldenburg - Die Stimmung in der regionalen Wirtschaft hat sich zum Jahresende hin deutlich aufgehellt – von Optimismus sind die Betriebe im Oldenburger Land aber entfernt. Das meldeten rund 300 Unternehmen der Oldenburgischen IHK für ihre aktuelle Konjunkturumfrage zurück. Der Indikator für das Konjunkturklima stieg im letzten Quartal 2022 um 22 Zähler auf 79,9 Punkte. Die Geschäftserwartungen waren demnach zwar besser als im Spätsommer, blieben aber deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Die Gründe

Die beschlossenen Preisbremsen für Strom und Gas gaben den Unternehmen mehr Sicherheit. Dass die Versorgung mit Gas über diesen Winter gesichert scheint, hellte die Stimmung ebenfalls auf. Dennoch überwiege die Zahl der Betriebe deutlich, die damit rechnen, dass sich ihre Geschäfte ungünstig entwickeln werden, sagte der IHK-Geschäftsführer für Wirtschaftspolitik, Björn Schaeper.

Eine Herausforderung blieben die hohen Energiekosten und die Lieferengpässe. Die steigenden Infektionszahlen in China könnten den Materialmangel wieder verschärfen. Vom Export seien kaum Impulse zu erwarten.

Die Lage

Je nach Branche gab es große Unterschiede. Bei mehr als jedem dritten Unternehmen verschlechterte sich die Ertragslage zum Jahresende. 17 Prozent stellten dagegen eine Verbesserung fest. Insgesamt war die Mehrheit der Befragten mit ihrer aktuellen Geschäftslage aber zufrieden. 27 Prozent bezeichneten sie sogar als gut.

Die Branchen

Besonders pessimistisch sind die Industrie-Betriebe. Sie haben mit sinkenden Umsätzen, einer geringeren Nachfrage und hohen Energiekosten zu kämpfen und rechnen damit, dass das auch in den nächsten Monaten so bleiben wird. Die Bauindustrie verzeichnete zum Jahresende mehr Aufträge, die Ertragslage blieb aber kritisch. Im Großhandel meldete jeder Vierte trotz leichter Verbesserungen schlechte Zahlen. Die Aussichten bleiben verhalten.

Im Einzelhandel verbesserte ein überraschend gutes Weihnachtsgeschäft die Stimmung. Dennoch spüren die Händler, dass die Inflation die Konsumlaune dämpft. 60 Prozent blickten deshalb pessimistisch auf die kommenden Monate. Die Dienstleister atmeten etwas auf, die hohen Kosten drücken aber weiterhin auf die Erträge. Zufrieden zeigten sich die Logistiker und Transportunternehmen. Sie rechnen aber mit einem sinkenden Transportvolumen und weiterhin teurem Sprit. Das dürfte die Logistikpreise weiter nach oben treiben.

Die Lage in Niedersachsen

Im ganzen Bundesland zeichnete sich ein ähnliches Stimmungsbild ab. Ihre aktuelle Geschäftslage bewerteten die rund 1900 befragten Unternehmen als zufriedenstellend. „Energieintensive Unternehmen haben allerdings weiter Schwierigkeiten, ihr Geschäftsmodell kostendeckend aufrechtzuerhalten“, sagte die Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen, Maike Bielfeldt. Für 78 Prozent der Unternehmen sind die Energie- und Rohstoffkosten das Geschäftsrisiko Nummer eins, gefolgt vom Fachkräftemangel (64 Prozent).

Lesen Sie auch: IHK-Präsident Müller fordert mehr Tempo von der Politik

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Svenja Fleig
Svenja Fleig Wirtschaftsredaktion
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