Wildeshausen - Marvin findet die Vorbereitungswoche hilfreich: „Man weiß durch die Projekttage einiges mehr. Zum Beispiel wusste ich nicht, wie teuer Lebensmittel sind“, sagt Marvin. Mit seinen Mitschülern von den Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen nimmt er in dieser Woche an dem Projekt „Ich mache mich fit für die Bewerbungsphase“ teil.
Drei Klassen der BBS-Abteilung Agrar- und Hauswirtschaft lernen in ihrem Berufsvorbereitungsjahr, wie sich die Chancen für eine erfolgreiche Bewerbung erhöhen lassen. Am Dienstag standen ein Bewerbungstest und ein simulierter Gang zum Jobcenter auf dem Programm im Jugendzentrum Wildeshausen. Nicole Bregelmann vom Jobcenter erklärte den verwunderten 16- und 17-jährigen Mädchen und Jungen die erheblichen Nachteile, wenn man keine Arbeitsstelle hat.
Benimmregeln wichtig
Im Übungseinstellungstest lernten sie, worauf der mögliche Arbeitgeber besonders achtet. Lehrerin Hella Einemann-Gräbert zeigte vermeidbare Fehler auf. „Den Kopf abstützen oder verschlossen auf Fragen reagieren, das geht gar nicht und sollte nicht passieren“, erzählte sie. Offensichtliches Desinteresse oder eine genervte Mimik würden verdeutlichen, dass Probleme im Arbeitsleben nicht gelöst werden können bzw. wollen. Auch Teamarbeit sei sehr oft gefragt. „Soziales Verhalten ist sehr wichtig“, erklärte die Lehrerin und Koordinatorin des Berufsvorbereitungsjahres weiter.
„Ich habe gelernt, dass man viel weniger Geld zum feiern hat, wenn man keinen guten Job hat“, sagte Leon aus Ahlhorn. Lehrerin Cecelia Kalkoff bilanzierte die Übungen: „Die Schüler wissen jetzt, wie sie mit Geld umgehen müssen.“ In den kommenden Tagen stehen ein Bewerbungsgespräch, das Zusammenstellen einer Bewerbungsmappe und Tipps einer Friseurin zum Bereich „seriöses Styling und Auftreten vor dem Arbeitgeber“ an. Am 20. Februar stellen sich die Schüler bei einer realen Firma vor und bewerben sich um ein Praktikum. „Am besten wäre es, wenn die Schüler danach eine Ausbildungsstelle bekommen würden“, so Einemann-Gräbert. An dem Projekt beteiligen sich das Blumenkästchen Müller, der Rewe-Verbrauchermarkt, die Bäckerei Wolfgang Kolloge und eine Gärtnerei.
Einige Erfolge
„In den letzten Jahren hatten wir Erfolgserlebnisse“, sagte Lehrerin Kalkoff zufrieden. Einige Schüler würden nach dem vermittelten Vorstellungsgespräch eingeladen, wiederzukommen.
