FRAGE: Demnächst finden wieder die Treibjagden in der Region statt. Was nehmen die Jäger besonders ins Visier?
MEYERHOLZ: Vor allem die Krähen. Sie sind zwar nicht verwertbar, richten aber einen immensen Schaden an. Das betrifft nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Natur, denn die Rabenvögel räumen gern die Gelege anderer Arten aus.
FRAGE: Die Bestimmungen für die Jagd auf Rabenvögel wurden gelockert – was hat sich konkret geändert?
MEYERHOLZ: Die Saison fängt am 1. August an und geht bis Ende Februar. Jetzt können mit einer Sondergenehmigung Rabenvögel bis in den April hinein bejagt werden.
FRAGE: Worauf wird sonst noch bevorzugt angelegt?
MEYERHOLZ: Auf den Fasan zum Beispiel. Wenn es davon zu viele Hähne gibt, beschäftigen die sich zu sehr miteinander. Es kommt zu Hahnenkämpfen, und die Hähne vergessen, die Hennen zu treten, wie wir Jäger sagen.
FRAGE: Es ist die Rede von stark zunehmender Wildschwein-Population. Wie ist die Situation in dieser Region?
MEYERHOLZ: Die jüngsten Zahlen liegen mir noch nicht vor. Aber ich weiß, dass wir in den letzten Jahren immer um die 20 Wildschweine geschossen haben. Das ist bis jetzt noch keine erschreckend hohe Zahl. Aber die Anzahl der Wildschweine wird auch bei uns weiter zunehmen, weil immer mehr Mais angebaut wird. Im Mais halten sich Wildschweine gerne auf.
FRAGE: Richten sie auch großen Schaden an?
MEYERHOLZ: Die Schäden halten sich hier in Grenzen
FRAGE: Wie sieht es mit Reh- und Damwild aus?
MEYERHOLZ: Die Jagd auf den Rehbock ist schon vorbei, Ricken werden noch bis Ende Januar bejagt. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass mehr Rehwild auf der Straße getötet wird als bei der Jagd. Auch aus Verkehrssicherheitsgründen sind wir Jäger daher angehalten, Rehwild konsequent zu bejagen.
FRAGE: Das hört sich ein bisschen bürokratisch an. Muss der Jäger vor dem Schießen immer erst überlegen, ob er abdrücken darf?
MEYERHOLZ: Wir richten uns strikt nach den Abschussplänen. Bei den Treibjagden wird vorher angesagt, welche Tiere besonders bejagt werden sollen. Jeder Jäger, der durchs Revier geht, erkennt aber auch, was notwendig ist. Hasen zum Beispiel werden bei uns sehr schonend bejagt, weil der Besatz nicht so überwältigend ist.
am Sonntag, 7. November, lädt der Hegering Ganderkesee ein. Der plattdeutsche Gottesdienst beginnt um 18 Uhr in der St. Cyprian- und Corneliuskirche. Mitwirkende sind die Parforcehornbläser aus Delmenhorst und die Jagdhornbläser aus Ganderkesee und Hude.
