Wenn ich Jutta Detken sehe, dann lacht mir das Herz: Immer ein Lächeln im Gesicht, immer freundlich, herzlich, lebendig und immer positiv denkend.
Als aber ihre Kindheit Thema wurde, wich das Strahlen aus ihrem Gesicht. Als Jutta Tiletzek wurde sie 1960 in Oldenburg geboren und ist auch dort aufgewachsen. Sehr früh verstarb ihr Vater und einige Jahre später auch ihre Mutter. Jutta war mit 16 Jahren Vollwaise, zu der Zeit hatte sie gerade eine Ausbildung als Verwaltungsangestellte beim Oberkirchenrat in Oldenburg begonnen.
Bei der Beerdigung ihrer Mutter lernte sie erstmals ihren Onkel Walter Korzen aus Delmenhorst kennen, der dann gemeinsam mit dem Personalrat des ev.-luth. Oberkirchenrates die Verantwortung für die 16-Jährige übernahm. Jutta Detken zog in eine Zweizimmerwohnung und musste ihrem Onkel regelmäßig über alles Rechenschaft ablegen. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Lehre blieb sie noch kurze Zeit beim Oberkirchenrat bevor sie als Buchhalterin in die freie Wirtschaft wechselte, zunächst bei einer Firma in Rastede und dann in Oldenburg.
Als ihre Freundin Andrea umziehen wollte, packte Jutta tatkräftig mit an. Ebenso ein Studienkollege von Andrea und dessen bester Freund: Ralf Detken. Während alle die Möbel die vielen Treppen hinauf tragen mussten, vermisste Jutta diesen Ralf. Erst war sie sauer, aber später beeindruckt, denn der Ralf hatte alle Möbel sowie die Küche in der Zwischenzeit zusammengebaut.
Bei der Einweihungsfeier trafen sich die beiden wieder, aber außer einem „Hallo“ hatten sie sich nichts zu sagen. „Ich war gegenüber Männern eher zurückhaltend“, erzählt Jutta. Erst einige Zeit später, bei einem Konzert der englischen Rockgruppe „Barclay James Harvest“, trafen sich Ralf und Jutta wieder – und fanden einander jetzt sehr sympathisch.
Beide waren zu der Zeit 21 Jahre alt. Ralf Detken hatte Maschinenbauer gelernt und studierte noch zum Dipl.-Ing. Im Mai 1983 heiratete das Paar und nur wenige Monate später übernahm Jutta die Verantwortung für ihre jüngere Schwester Marita, die zum jungen Ehepaar zog. Zwei Jahre später wurde Andre geboren und 1987 dann der zweite Sohn Sven. Andre ist mittlerweile im elterlichen Betrieb eingestiegen und macht gerade seinen Elektromeister. Sven hat Bankkaufmann gelernt und studiert Betriebswirt.
Selbstständigkeit gewagt
Jutta Detkens Schwiegermutter Gerda war Näherin und Schwiegervater Alfred, liebevoll „Häuptling Silberlocke“ genannt, war Elektriker. Jahrelang hatte Alfred Detken in einem Delmenhorster Küchenstudio als Küchenmonteur und Hausgerätetechniker gearbeitet, doch kurz nach der Hochzeit von Sohn und Schwiegertochter verlor er seinen Arbeitsplatz, weil die Firma aufgeben musste. Was tun? So entschloss sich der Familienrat für die Selbstständigkeit: 1983 wurde die Firma „Alfred Detken Handel & Montage von Einbauküchen, Umbau und Reparaturen“ gegründet, in ihrem Haus im Winkelweg in Schierbrok.
Zunächst war Alfred Detken skeptisch, aber Jutta munterte ihn auf: „Komm Vadder, wir schaffen das“. „Die erste Zeit war sehr entbehrungsreich, hat uns aber auch enorm zusammengeschweißt!“, erzählt Jutta mir. Im Gespräch kommt immer wieder durch, wie dankbar sie ihren Schwiegereltern ist. Da war es für Jutta selbstverständlich dass sie ihren Schwiegervater bis zu seinem Tod im vergangenen Jahr mit gepflegt hat.
Durch die enorme Willenskraft aller Familienmitglieder nahm die Firma immer mehr „an Fahrt auf“. 1985 wurde eine Doppelgarage zu einer kleinen Ausstellungshalle mit zwei Musterküchen umfunktioniert – doch die war bald schon zu klein. 1987 wurde das Untergeschoss des Wohnhauses in Ausstellungsräume verwandelt. Jutta, Ralf und die Kinder zogen kurzfristig in eine Wohnung nach Delmenhorst. 1989 konnten sie schließlich den ehemaligen Edeka-Markt von Erna Janzen am heutigen Standort (Nutzhorner Landstraße) zunächst mieten und später käuflich erwerben. Zum 1. Januar 2001 übernahmen Jutta und Ralf das Familienunternehmen und es entstand der Name „Detken Küchenstudio“.
Mittlerweile werden sechs Mitarbeiter, darunter ein Auszubildender, und zwei Montageteams beschäftigt. „Meine Familie ist es, aus der ich Kraft schöpfe“, erzählt die 50-Jährige. Ich merke: Hier bei Detkens ist „Familie“ nicht nur ein Wort, hier wird Familie gelebt. Jutta Detken engagiert sich auch als Vorsitzende bei den „Huder Unternehmerinnen“!
Gesang im Terzett
Und eine große Leidenschaft von ihr ist das Singen. Als Jugendliche durfte sie mit dem Chor des Oldenburger Staatstheaters bei der Oper „Tannenhäuser“ auftreten. Zusammen mit Meike Dunkel und Margrit Wöbse bildete sie fast zehn Jahre das „MJM-Terzett“. Aufgrund der schweren Krankheit ihres Schwiegervaters hat sie das Terzett aus Zeitgründen ( leider) verlassen.
