Eine stolze Bilanz zur 60-jährigen zivilen Nutzung des Nordwest-Krankenhauses Sanderbusch konnte Frieslands Landrat Sven Ambrosy den Gästen der Feierstunde zum Jubiläum präsentieren. Seit 1947 – nach vorheriger Nutzung als Marinelazarett – besteht das Krankenhaus als eines der großen Krankenhäuser in der Region, das in seiner Geschichte Erfolgsmeldungen aber auch Tiefschläge hinnehmen musste.

Zu den Erfolgen zählte Ambrosy die Stationierung des Rettungshubschraubers „Christoph 26“ in Sande im Jahr 1982, der heute unverzichtbarer Teil des Hauses sei. Auch die Umwandlung des Krankenhauses in einen kommunalen Eigenbetrieb im Jahr 1994 und schließlich die Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH 2005 wertete er als großen Erfolg. Ablesbar sei das an der Tatsache, dass das Nordwest-Krankenhaus seit 1994 schwarze Zahlen schreibe.

Auch die seit 2005 bestehende Kooperation mit dem Reinhard-Nieter-Krankenhaus in Wilhelmshaven schaffe Synergieeffekte zum Beispiel in der Schwesternausbildung und trage so zur Zukunftssicherung des Hauses bei.

Der hervorragende Ruf des Krankenhauses komme auch darin zum Ausdruck, betonte Ambrosy, dass das Haus akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen sei und eine langjährige Zusammenarbeit bestehe.

Die „Tiefschläge“ betrafen im Wesentlichen den Landkreis, der als Träger für bauliche Sanierungen wie Dach- und Fenstererneuerungen und den Neu- bzw. Umbau des OP-Traktes erhebliche Summen stemmen musste.


„Ein Krankenhaus ist letztlich aber eine tote Hülle, wenn nicht die hier tätigen Menschen es mit Leben erfüllen und ihm ein Gesicht geben“, hob Ambrosy als Dank an alle Mitarbeiter hervor und bescheinigte allen Mitarbeitern, dass sie durch ihre engagierte Gemeinschaftsleistung den guten Ruf des Hauses geschaffen hätten und ihn auch weiter festigten.

Für mutige Reformen im Gesundheitswesen sprach sich Prof. Dr. Werner Mayet Ärztlicher Direktor des Krankenhauses aus. „Ich möchte die Situation des deutschen Gesundheitswesens vergleichen mit einem hoch motorisierten, bestens ausgestatteten Auto, das jedoch auf einer engen Schotterstraße fährt. Die volle Leistung des Wagens kann auf einer Schotterstraße nie erreicht werden“, plädierte er für die Überwindung veralteter Strukturen und Denkmuster.

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