KREIS CLOPPENBURG - KREIS CLOPPENBURG/EB - Die Lagemeldung erreichte das Cloppenburger Veterinäramt gestern um 8 Uhr: Geflügelpest.

Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hatte per E-Mail zur landesweiten Tierseuchenübung gerufen. Das Veterinäramt des Kreises Cloppenburg hatte die Aufgabe, 8900 Puten und 450 Enten in der Gemeinde Barßel zu töten und das Gehöft abzusperren. Der Betrieb habe Kontakt zu einem anderen Mastbetrieb gehabt, auf dem zuvor der Ausbruch der Geflügelpest amtlich festgestellt worden sei, hieß es.

Veterinäramtsleiter Dr. Karl-Wilhelm Paschertz aktivierte umgehend das Krisenzentrum im Keller des Kreis-hauses. Mitarbeiter des Veterinäramtes bereiteten die Tötung des Tierbestandes und die Beseitigung der Kadaver vor. Dazu wurden Container für die Kohlendioxidbegasung geordert und Hilfskräfte für die Ausstallung verpflichtet. Eine besondere Schwierigkeit bestand darin, dass für die Entsorgung keine Kapazitäten in der Tierkörperbeseitigungsanstalt Kampe vorhanden waren. Die Veterinäre entschieden sich deshalb für eine Kompostierung des Geflügels unter Zusatz von Brandkalk und Stroh neben den Tierställen. Ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet wurden eingerichtet, die Nachbarkreise Leer, Emsland und Ammerland informiert. Feuerwehr und THW richteten Desinfektionsschleusen ein. Da es sich um eine Übung handelte, wurden alle Handlungsabläufe simuliert.

Regelmäßige Tierseuchenübungen seien unverzichtbar, um im Seuchenfall schnell und konsequent reagieren zu können, erklärte Dr. Paschertz. Im Rahmen dieser Übungen könnten die Veterinärämter Erfahrungen sammeln und neue Mitarbeiter an die Seuchenbekämpfung heranführen. Um einen Ausbruch der Geflügelpest zu verhindern, forderte Paschertz die Geflügelhalter auf, alle Vorkehrungen zum Schutz vor einer Einschleppung des Virus’ strikt einzuhalten. Neben dem weiterhin geltenden Verbot der Freilandhaltung von Geflügel, sollten auch die Tierställe und Lagerhallen für Einstreu gegen das Eindringen von Wildvögeln ausreichend gesichert werden.