KREIS CLOPPENBURG - Der 37-jährige Berges ist in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Verlierer Willoh wirkte wie gelähmt.

von michael loots

KREIS CLOPPENBURG - Hubertus Berges ist der neue Mann an der Spitze des 3451 Mitglieder starken Kreislandvolkverbandes Cloppenburg. In einer Kampfabstimmung hat sich der 37-jährige Landwirt und „Newcomer“ aus Elsten gegen den gestandenen Verbandsvize Wilhelm Willoh aus Löningen-Augustenfeld durchgesetzt. 52 der 96 Delegierten der Vertreterversammlung votierten gestern im Gasthof Sieger in Thüle für Berges, Willoh kam auf 43 Stimmen. Ein Delegierter enthielt sich.

Während bei Berges nach Bekanntgabe des Votums die Anspannung einem Lächeln wich, gefroren Willoh die Gesichtszüge. Der Stachel der Enttäuschung saß derart tief, dass er sich nicht in der Lage sah, seinem Kontrahenten zu gratulieren. Dabei hatte sich Willohs Niederlage bereits im Vorfeld der Tagung – mit Bauernpräsident Gerd Sonnleitner als Gastredner – abgezeichnet, nachdem die Cloppenburger Phalanx im Kreisverband inklusive des ausgeschiedenen Vorsitzenden, Franz-Josef Holzenkamp, den 37-jährigen Berges favorisiert hatte. „Es herrscht Aufbruchstimmung, und es ist Zeit für einen Neuanfang. Dafür steht Hubertus Berges. Bei Willoh bestand dagegen nach 13 Jahren Verbandsarbeit die Gefahr, in eingefahrenen Bahnen zu bleiben“, kommentierte ein Landwirt das Wahlergebnis gegenüber der NWZ .

Ähnlich war die Stimmungslage bereits vor 13 Jahren. Damals schlug der junge Franz-Josef Holzenkamp den altgedienten Bernhard Thie aus Hemmelte als Vorsitzenden und Kreislandwirt aus dem Feld. In dieser Zeit des Umbruchs rückte auch Wilhelm Willoh als „Vize“ in den Kreisvorstand auf.

Holzenkamps Ära, der sein Amt aus Zeitmangel aufgrund seiner neuen Rolle als CDU-Bundestagsabgeordneter zur Verfügung gestellt hatte, wurde gestern mit der silbernen Ehrennadel des Verbandes gewürdigt. Holzenkamp habe in schwierigen Zeiten und unter schwierigen Bedingungen der Landwirtschaft zu mehr Einfluss verholfen und ihr einen größeren Stellenwert verschafft. Er habe Entwicklungen angestoßen und nach vorne gebracht, von denen die Landwirte auch in Zukunft profitierten, sagten Vorstand Stephan Hinrichs und Geschäftsführer Bernhard Suilmann.


Berges ließ trotz seines Erfolges keine vollmundige Antrittsrede folgen. Nur so viel: Er trete ein für gerechte und vergleichbare Rahmenbedingungen in der landwirtschaftlichen Produktion in Europa.