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Energie Kreuzfahrtschiff tankt Strom im Hafen

Almut Kipp Eckart Gienke

Hamburg - Im Hamburger Hafen ist eine Anlage zur Versorgung von Kreuzfahrtschiffen mit Strom vom Land in Betrieb genommen worden. Sie sei die erste ihrer Art in Europa, sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am Freitag bei der Eröffnungszeremonie. Das auf der Papenburger Meyer Werft gebaute Kreuzfahrtschiff „Aidasol“ kann nun während der Liegezeit im Hafen seine luftverschmutzenden Dieselgeneratoren abschalten.

Zehn Millionen Euro

Die Anlage am Terminal Altona ging 2014 in Bau und hätte bereits im vergangenen Jahr ihren Betrieb aufnehmen sollen. Das verzögerte sich aufgrund technischer Probleme. Ein vergleichbares Projekt gab es zuvor nicht. Bestehende Landstromananlagen im Ausland sind kleiner oder nur auf ein bestimmtes Schiff ausgelegt. Die Hamburger Anlage wurde von Siemens gebaut und kostete rund 10 Millionen Euro. Die EU und der Bund beteiligten sich mit 3,5 und 3,7 Millionen Euro.

Die „Aidasol“ ist zunächst der einzige Kunde. Grundsätzlich könnten auch weitere Schiffe, die den Hamburger Hafen anlaufen, ihren Bordstrom von der Landstromanlage beziehen. Sie legen jedoch – auch wegen ihrer Größe – an anderen Hamburger Terminals an. Zudem hat der Landstrom im Vergleich zum selbsterzeugten Strom aus Dieselkraftstoff für die Reeder einen erheblichen Kostennachteil.

Nach Angaben von Alexander Porschke vom Naturschutzbund Nabu ist Landstrom etwa vier Mal teurer. „Bis auf Aida Cruises legen alle Reedereien bisher noch eine beschämende Verweigerungshaltung an den Tag“, sagte er. „Dies gefährdet nicht nur Gesundheit und Umwelt. Die Nutzung der Landstromanlage steht in einem ungeheuren Missverhältnis zu den millionenschweren Investitionen, für die wir Steuerzahler aufkommen.“

Scholz sprach von einem „Schritt voran“. „Die Landstromversorgung für Kreuzfahrtschiffe fördert die Nachhaltigkeit des Hamburger Hafens“, sagte er. „Wir wollen zu einem der umweltfreundlichsten Standorte der Kreuzschifffahrt in Europa werden.“


So viel wie kleine Stadt

Der Hamburger Hafen wird überwiegend von Frachtschiffen angelaufen, für die es noch keine alternative Energieversorgung gibt. Sie benötigen allerdings auch während der Liegezeit weniger Strom als ein Kreuzfahrtschiff, das so viel wie eine kleine Stadt braucht.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wies darauf hin, dass mit Öko-Landstrom sowie dem Einsatz von verflüssigtem Erdgas (LNG) bis zu 74 Prozent Stickoxide, bis zu 60 Prozent Schwefeldioxide und bis zu 50 Prozent an Feinstaub eingespart werden könnten. Das sei ein wichtiger Beitrag zur Reinhaltung der Luft.

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