Altenoythe - Es war wohl der sensationellste Fund der letzten Jahre. Bei Instandsetzungsarbeiten des „Kobrinckschen Hügels“ im Ortseingang von Altenoythe kam im Juni 2013 nur wenige Zentimeter unter der Grasnarbe ein Christus-Korpus zum Vorschein (die NWZ  berichtete). Wie die Figur dort hingekommen ist und wie lange sie dort gelegen hat, ist bis heute ebenso ungeklärt wie die Frage, warum der dornengekrönte Jesus keine Arme (mehr) hat. Selbst die Dorfältesten hatten keine Kenntnis von dieser Figur.

Beantwortet wurde aber die Frage, was mit dem Fund geschehen soll. Dem Heimatverein Altenoythe und der Familie Ludwig Wreesmann – ihnen gehört das Gelände an der Altenoyther Straße – ist es gelungen, Dank zahlreicher Sponsoren die Christusfigur renovieren zu lassen. Eine Fachfirma aus der Nähe von Münster hat den 165 Kilo schweren Korpus aus Kalksandstein auf Vordermann gebracht. In dieser Woche konnten Ludwig Wreesmann sowie Mitarbeiter der Zimmerei Speckmann die Christusfigur an das Kreuz auf dem „Kobrinckschen Hügel“ hängen. „Das ist ein großer Tag für den Heimatverein und die ganze Ortschaft“, sagte Peter Wiesner vom Heimatverein. Man habe sich vor zwei Jahren zur Aufgabe gemacht, die Kreuzanlage zu sanieren. Dieses Projekt sei gelungen und habe mit der Anbringung des Christus-Korpus seine „Vollendung“ gefunden, freute sich Wiesner.

Der Termin hätte auch nicht besser sein können. Denn am kommenden Donnerstag, 18. September, kommt die Bewertungskommission für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ nach Altenoythe. Es geht um die Platzierung auf Kreisebene. Die Dorfbewohner haben 90 Minuten Zeit, die Kommissionsmitglieder von ihrer Ortschaft zu überzeugen. „Das ist nicht viel Zeit, wir müssen also Gas geben. Wir sind aber gut vorbereitet“, sagte Richard Hardenberg, Vorsitzender des Heimatvereins. Man habe eine Rundtour erarbeitet, die den Ort in seiner Vielfalt präsentiere.

Die Route führt quer durch Altenoythe, entlang an besonderen Einrichtungen und an Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung. An verschiedenen Stellen wird es Aktionen geben. „Diese bleiben aber noch geheim“, sagte Hardenberg. Station wird auch am „Kobrinckschen Hügel“ gemacht – mit der frisch restaurierten Christusfigur. Hardenberg freut sich auf den Besuch der Kommission: „Das wird eine super Sache.“

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)