KREYENBRüCK - Der Drang zum Gang auf die Toilette kommt immer so plötzlich – insbesondere bei Kindern. Diese Erfahrung hat vor einigen Tagen auch eine 75 Jahre alte Großmutter gemacht, die mit Tochter und zwei Enkelkindern am Sonntag das Grab ihres verstorbenen Ehemannes auf dem Friedhof in Kreyenbrück besuchen wollte.

„Die Mädchen schafften es bis zum Friedhofs-Eingang, da wollten beide zur Toilette gehen“, erzählt Marianne Brakenhoff. Die 75-Jährige wusste, wo sich die Toiletten befinden. Doch am Verwaltungsgebäude standen sie vor verschlossenen Türen. „Geöffnet ist montags bis donnerstags von 7.30 bis 15.30, freitags bis 11.45 Uhr“, wundert sich Marianne Brakenhoff. Und weiter: „Das darf doch nicht sein. Die meisten Menschen besuchen ihre verstorbenen Freunde oder Familienangehörige auf dem Friedhof am Wochenende.“

Stadtsprecher Andreas van Hooven weiß um die Problematik. „Die Herren- und Damentoilette des Friedhofs Kreyenbrück ist außerhalb der Dienstzeit unseres Personals in der Vergangenheit wiederholt beschädigt worden“, begründet van Hooven die Schließung. „Nachdem in diesem Jahr sogar Feuer gelegt wurde, dabei nur durch Zufall kein größerer Brandschaden an der holzvertäfelten Decke entstand und sich Personen in den Nächten am Wochenende immer wieder in den Toiletten aufgehalten haben, mussten beide Toiletten außerhalb der Dienstzeiten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden“, schreibt der Stadtsprecher weiter. Eine Lösung des Problems sei nicht in Sicht.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg