KREYENBRüCK - KREYENBRÜCK - Den Verein Rumänienhilfe Oldenburg/Rastede haben Dieter und Inge Reckow vor zwölf Jahren gegründet, doch bereits seit 1991 engagieren sie sich in der Region Satu Mare für notleidende Menschen. Anstoß zum Sammeln von Sachspenden gab ein aus der Region stammender Arbeitskollege Dieter Reckows. „Nachdem mein Mann den ersten LKW mit Spenden nach Satu Mare gefahren und sich ein Bild von der Situation dort gemacht hatte, war er zutiefst betroffen. Ihm war klar: Es musste etwas getan werden“, erinnert sich die erste Vorsitzende.

In den folgenden Jahren ist es Dieter Reckow aufgrund von Krankheit nicht möglich, vor Ort zu helfen, also übernehmen die Söhne Burghard und Henning die Transporte. Auch sie schockiert die Tatsache, dass in dem laut UNO immer noch äußerst bedürftigen Land „Senioren und Behinderte wie Sondermüll behandelt werden“.

Gemeinsam mit der 1989 gegründeten Caritas Rumänien gelingt es der Rumänienhilfe im Laufe der Jahre, 60 Einrichtungen in 15 Dörfern und Städten zu errichten. „Mit der Schaffung von Kindergärten können wir den sozial benachteiligten Romakindern ermöglichen, lesen und schreiben zu lernen. Das ist in Rumänien Voraussetzung, um eine Schule besuchen zu dürfen“, erzählt Inge Reckow. Gegen Widerstände anzukämpfen, ist die 58-Jährige mittlerweile gewohnt: „Wir mussten uns auch sagen lassen, dass Romakinder nicht lernfähig seien. Zum Glück hat sich die Einstellung der Menschen dort heute etwas verbessert.“ Doch nicht nur für Kinder setzt sich der 65 Mitglieder zählende Verein ein. Auch Behinderteneinrichtungen, Seniorenclubs, Tagesstätten, Armenküchen, Ärztehäuser und Apotheken sowie eine Poliklink werden von ihm unterstützt. „Das Gesundheitswesen in Rumänien war ziemlich im Argen. Nun konnten wir mit großzügigen Sachspenden 18 Fachdisziplinen in der Poliklinik ansiedeln und 3800 Bedürftige

monatlich behandeln“, erzählt Inge Reckow, die seit dem Tod ihres Mannes im Jahre 2000 den Vereinsvorsitz übernommen hat. „Erst hätte ich nicht gedacht, dass ich das alles alleine schaffe, aber dank der freiwilligen Helfer und der Unterstützung meiner Freunde konnte auch in den letzten Jahren viel erreicht werden.“

So sammelte der Verein am Nikolaustag 9000 Päckchen von Schulen und Kindergärten aus Oldenburg und Umgebung ein und verteilte sie in den rumänischen Einrichtungen. „Die Freude der Kinder war unbeschreiblich, und auch die Herzlichkeit mit der wir stets empfangen werden, beeindruckt mich “, sagt Inge Reckow, die hauptberuflich eine Familie mit Kindern betreut. Nach ihrem jahrelangen Engagement steht für sie eins fest: „Ein Leben ohne die Arbeit in Rumänien und das Sammeln von Spenden ist für mich undenkbar.“


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