Drantum - Die derzeit viel diskutierten Werkverträge standen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion am Sonntagabend im Drantumer Ecopark, zu der der CDU-Landtagsabgeordnete und -kandidat Clemens gr. Macke eingeladen hatte. Moderator Uwe Haring hatte keine schwere Aufgabe, denn das Podium war sich einig: Die Art, in der Werkverträge von einigen Firmen insbesondere aus der Fleischbranche genutzt werden, muss vom Tisch.

Es brauche klare gesetzliche Regelungen, die auch kontrollierbar seien. Und Beifall gab es aus dem Publikum für einen Satz, den Karl-Josef Laumann, Bundeschef des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA, in die Diskussion warf: Wenn sich die zehn Großen der Schlachthöfe einig wären, und sagten „Schluss damit“, wäre die Kuh vom Eis.

So einig man sich unterm Strich war, so bunt war das Podium besetzt. Laumann hielt ein unwidersprochenes Plädoyer für die soziale Marktwirtschaft, die gewisse Regeln brauche. Staat und Wirtschaft hätten eine dem Menschen dienende Funktion, erinnerte er an Konrad Adenauer. Wettbewerb sei gut, dürfe aber nicht über den Lohn geführt werden.

Diese Meinung vertrat auch Hartmut Tölle, DGB-Chef in Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt. Er setzte sich überdies für starke Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretungen ein, die in allen Branchen verbindliche Tarifverträge aushandeln müssten.

Prälat Peter Kossen, der die momentane Debatte maßgeblich angestoßen hatte, zeigt sich trotz des Kaninchens vor seiner Tür weiter mutig. Es gelte vor allem, den kriminellen Sumpf von Subunternehmern auszutrocknen. Wie Laumann forderte er einen breiten gesellschaftlichen Konsens, der solche Praktiken ächten müsse.


Zum Abschluss durfte jeder seinen zentralen Wunsch formulieren. Kossen warnte, die Unterbringung der Werkarbeiter in Nachbarlandkreise zu verlagern. Laumann sagte, Politik müsse sich am Allgemeinwohl orientieren. Jürgen Sobotta (Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen) will die Tarifautonomie stärken und Zeitarbeit als Partner sehen. Tölle sagte, man müsse am Thema dran bleiben und Zivilcourage zeigen, und Stefan Wernsing vom gleichnamigen Feinkosthersteller forderte klare Rahmenbedingungen und Lohnuntergrenzen.