Wardenburg - Die Krise am Milchmarkt mit Preisen von teils nur noch 20 Cent je Kilogramm Milch hat 2016 auch der Zuchtviehorganisation Masterrind GmbH zu schaffen gemacht. Wie die Masterrind-Geschäftsführung jetzt auf der Vertreterversammlung in Wardenburg mitteilte, fielen die Verkaufserlöse 2016 um 5,5 Prozent oder 10,9 Millionen Euro auf 186,5 Millionen Euro.
Die größten Abschläge verbuchte dabei laut Masterrind der Tiervertrieb mit einem Minus von 7,7 Millionen Euro. Im Bereich Rinderbesamung, Spermahandel und dem Handel weiterer Produkte sanken die Umsatzerlöse um 3,2 Millionen Euro. Beim Tierabsatz habe es zwar eine Zuwachsrate in den Stückzahlen von knapp zwei Prozent gegeben – allerdings bei deutlich nachgebenden Preisen.
Die Masterrind-Geschäftsführung wies darauf hin, dass zu keiner Zeit mehr Betriebsleiter die Milcherzeugung an den Nagel gehängt hätten als im Zuge der jüngsten Krise. Mit einem Minus von 4,6 Prozent hätten die Rückgänge in den Betriebszahlen deutlich über dem durchschnittlichen Wert der vergangenen Jahre (minus 3,0 Prozent) gelegen.
Einige Lichtblicke hatte Masterrind aber auch zu vermelden. So habe sich die Auslandsvermarktung von Rindergenetik weiter positiv entwickelt. Mit fast 950 000 Verkaufsportionen habe das Verkaufsvolumen um knapp zehn Prozent zugelegt.
Auch beim Export von Zuchtrindern sei die Rekordzahl aus dem Vorjahr mit knapp 35 000 Tieren nur knapp verfehlt worden. Während die Nachfrage nach Zuchtrindern im Inland im vergangenen Jahr zeitweise zum Erliegen gekommen sei, sei die Nachfrage sowohl aus Drittländern, wie der Türkei, Nordafrika (Marokko und Ägypten) sowie Zentralasien (Usbekistan, Turkmenistan und Russland), als auch von den europäischen Nachbarn aus Italien, Polen und den Niederlanden auf den Auktionen gut gewesen.
Laut Masterrind hat sich dank zuletzt anziehender Milchpreise die Marktsituation für Milcherzeuger und Rinderhalter wieder verbessert. Sowohl die Nachfrage aus dem Inland als auch die Preise seien spürbar gestiegen. Ob diese Entwicklung allerdings nachhaltig sein wird, lasse sich aktuell noch nicht genau prognostizieren.
