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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wohneigentum: Krise bringt Bewegung bei Immobilien

24.07.2010

FRANKFURT Geht es nach der Werbung, sind die Chancen auf eine eigene Bleibe derzeit blendend. Die Sparkassen verkünden: „2010 meint es gut mit allen, die sich für Wohneigentum interessieren.“ Und der Immobilienfinanzierer der Volks- und Raiffeisenbanken, Schwäbisch Hall, teilt mit, Baudarlehen seien vor nicht einmal zwei Jahrzehnten mehr als doppelt so teuer gewesen wie heute. Banken locken damit, dass Immobilien angeblich vor einer drohenden Inflation schützen. Doch lässt sich der Krise mit „Betongold“ tatsächlich ein Schnippchen schlagen?

„Wir erleben derzeit eindeutig Rückenwind“, sagt Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbandes Deutschland (IVD). Noch nie sei das Verhältnis aus verfügbarem Einkommen, Immobilienpreisen und Hypothekenzinsen derart günstig gewesen. Alle profitierten: Anleger, Vermieter und Eigennutzer.

Letztere haben nach Angaben von Schwäbisch Hall eine historische Chance: Ein Darlehen über 100 000 Euro mit zehn Jahren Laufzeit kostete vor 15 Jahren noch 643 Euro Zinsen pro Monat – heute seien es nur 295 Euro. Gemeinsam mit der Tilgung ergeben sich laut Bausparkasse LBS „Finanzierungsraten, die häufig schon zu Beginn nicht höher liegen als Mieten für vergleichbare Objekte“. Soll heißen: Wer sich ein Häuschen finanzieren will, erhält jetzt beim Geldleihen unschlagbare Konditionen.

„In der Tat ist das Zinsniveau historisch niedrig und das ganze Umfeld attraktiv. Aber nur deswegen zu kaufen, ist Quatsch“, sagt Josephine Holzhäuser, Expertin in der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Aspekte wie Jobsicherheit, wachsende Mobilität mit vielen Ortswechseln im Berufsleben und nicht zuletzt hohe Scheidungsraten müssten beachtet werden. „Man sollte sich nicht von den Zinsen blenden lassen“, sagt Holzhäuser. Denn auch die Anschlussfinanzierung müsse leistbar bleiben – und dafür seien die Durchschnittswerte entscheidend, nicht historische Zinstiefs.

Schick sieht die Besitzer von Mietobjekten klar im Vorteil: Sie hätten aktuell nach Abzug laufender Kosten eine Mietrendite von bis zu sechs Prozent – vor Steuern. Und den Vermietern stünden weiter goldene Zeiten ins Haus: Es werde zu wenig neu gebaut, obwohl die Haushaltszahl – nicht zuletzt wegen der vielen Singles – wachse, sagt der Berliner Investmentmakler.

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„Dass es jetzt an einigen deutschen Märkten zu größeren Preisanstiegen kommt, hat viel damit zu tun, dass es in Deutschland lange Zeit kaum Preissteigerungen für Wohnimmobilien gegeben hat“, gibt Steffen Sebastian, Geschäftsführer des Instituts für Immobilienwirtschaft an der Uni Regensburg, zu bedenken. Die jüngste Wirtschaftskrise hatte ihren Ursprung auf dem US-Immobilienmarkt genommen, wo die Häuserpreise abgestürzt waren. Auch anderswo, von Irland bis Spanien, sanken die Preise nach gigantischen Höhenflügen. Dagegen gilt der deutsche Markt seit jeher als relativ starr.

Sebastian erwartet, dass auf absehbare Zeit die Nachfrage an einigen Standorten so lange leicht erhöht bleibe, wie die Preise moderat und die Zinsen niedrig sind. „Das kann noch anderthalb Jahre dauern, aber auch nur acht Monate, je nachdem, wie sich die gesamte Wirtschaft entwickelt.“

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