Wilhelmshaven - Entspannt und wie immer in gelb-blauer Krawatte und mit gelbem Einstecktuch verfolgte John H. Niemann, Präsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung, am Mittwoch die Vorstellung der Pläne für den Streckenausbau Oldenburg-Wilhelmshaven. Ausbau und Elektrifizierung bis 2022, Sperrung der Bahnstrecke an Wochenenden (2017 bis 2019) für die Personenzüge (ab Oldenburg), nicht aber für die Containerzüge, tragen Minister Olaf Lies (SPD) und Bahn-Vorstand Rainer Grube in den Räumen der Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft mit Blick auf Containerbrücken (und Containerschiffe) vor.
„Das ist das, was wir gewünscht haben, wir sind zufrieden. Es geht nur so, wie es die Bahn vorschlägt mit den Containern, und auch an den Kohlebereich und die chemische Industrie müssen wir denken. Das wird alles realisiert“, freute sich Niemann über die Zusagen von Bahn-Chef Rainer Grube und Bahn-Vorstandsmitglied Ronald Pofalla.
Bis es soweit ist, werden noch einige Jahre vergehen. Und die Bahn muss einige Probleme lösen. Da ist zum einen der moorige Untergrund, auf dem die Bahnstrecke befestigt werden muss. Dazu hat die Bahn ein Spezialgerät geordert, das schnell trocknenden Beton in den Untergrund pumpt. Weil es von diesen Baumaschinen nur zwei in Europa gibt, werden die Arbeiten zur Verfestigung des Untergrunds zwischen Varel und Sande erst ab 2017 stattfinden. In Sande muss ab 2017 auch eine Umfahrung für den Güterverkehr (zum Jade-Weser-Port) gebaut werden (Fertigstellung 2021), in Rastede geht es um die Beseitigung eines höhengleichen Bahnübergangs, in Varel um die Barrierefreiheit zwischen den Gleisen. „Wir freuen uns darauf, dass da gebaut wird“, sagte Lies.
Ungelöst sei dagegen die Problematik um den Ausbau der Bahnstrecke in Oldenburg. „Das Thema Oldenburg ist eine große Herausforderung“, nannte Lies den Lärmschutz. Bahn-Vorstand Grube zeigte sich zuversichtlich, „dass wir auch dort eine gute Lösung finden“.
Einwände gibt es von den Oldenburger Kritikern des Streckenausbaus. Für Ingo Splittgerber, Vorsitzender der Initiative Bahnanlieger Oldenburg (IBO), liegt die Lösung des Konflikts bei Bahn-Chef Grube, der die Einrichtung eines Projektbeirats unter Mitwirkung der Kritiker ausgeschlagen habe. Der Lärmschutz sei indes nur ein Aspekt. Ungelöst sei die Feinstaubproblematik (wartende Pkw vor Bahnübergängen) und die Problematik von Gefahrguttransporten. Um eine Umgehungstrasse komme man nicht herum, sagte Splittgerber.
