Düsseldorf - Zweibeinige Möhren, krumme Gurken, Zitronen mit grünen Flecken: Das waren lange Produkte, um die der deutsche Handel einen Bogen machte. Doch das scheint sich jetzt zu ändern. Das jüngste Beispiel gibt der Discounter Penny, der von Montag kommender Woche (25. April) an deutschlandweit in seinem Bio-Sortiment der Eigenmarke Naturgut auch Obst und Gemüse verkaufen will, das bislang wegen Farb- oder Formfehlern nicht den Weg in die Regale schaffte.
„Bio-Landwirte sollen auch äußerlich nicht perfekte Erzeugnisse in den Handel bringen können, statt sie unter ihrem Wert in die industrielle Weiterverarbeitung geben zu müssen“, begründet Penny-Chef Jan Kunath den Vorstoß.
Was bemerkenswert dabei ist: Einen Preisnachlass für die als „Bio-Helden“ vermarkteten „nicht normgerechten“ Produkte soll es nicht geben. Sie werden ganz einfach zusammen mit den „normalen“ Produkten verpackt. Schließlich seien sie qualitativ und geschmacklich einwandfrei, heißt es.
Axel Altenweger, Betriebsleiter auf dem Klostergut Wiebrechtshausen, betont die Vorteile für die Landwirte: „Jetzt kann ich größere Mengen zu angemesseneren Preisen in den Handel bringen“, meint er. Auch bei Verbraucherschützern stößt die Idee auf Zustimmung.
