KüHLINGEN - Für ihr Engagement zum Erhalt der Artenvielfalt zeichnete der Hegering Ganderkesee auf seiner Jahreshauptversammlung am Donnerstag in der Gaststätte „Zur Linde“ Diedrich Lamken aus Immer und Fritz Drieling aus Klingenhagen mit dem goldenen Rebhuhn aus. Es ist die höchste Auszeichnung, die die Jägerschaft an Nichtjäger vergibt.
Einsatz für Fauna und Flora
Helmut Blauth, Kreisvorsitzender der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst, und Jan-Bernd Meyerholz, Hegeringsleiter in Ganderkesee, begründeten die Auszeichnung für Lamken damit, dass er seit vielen Jahren Vogelhäuser als Nisthilfen bastelt, aufhängt und pflegt. Drieling habe die Auszeichnung verdient, weil er insbesondere bei der Anlage einer Wallhecke auf eine artenreiche Flora geachtet habe.
In seinem Jahresbericht ermunterte Meyerholz die Landwirte unter den gut 80 anwesenden Jägern erneut zum Anlegen von Feldlerchenfenstern beim Bestellen der Äcker. Das komme vielen Vögeln als Nistplatz zugute. Weiter warb er für den Besuch des „Grünen Festes“ am 27. März im Gasthaus Segelken.
Blauth sprach an, dass die Jägerschaft durch eine intensive Bejagung des Schwarzwildes bestrebt sei, dessen Ernteschäden in der Landwirtschaft in Grenzen zu halten. Doch auf sehr großen Maisflächen sei eine Bejagung technisch unmöglich, sofern nicht Schneisen angelegt wurden. Weiter machte er auf die AG „Junge Jäger“ in der Kreisjägerschaft aufmerksam: Sie sei Ansprechpartner für die zehn jungen Leute, die sich im Hegerung Ganderkesee auf die Prüfung vorbereiten.
Bläser im Einsatz
Kassenführer Dierk Stolle berichtete, dass die Kasse ein kleines, finanzielles Polster aufweise. Dass die Jagdhornbläser des Hegerings Ganderkesee-Hude im vergangenen Jahr 14 Auftritte absolvierten, teilte Rita Wöbken mit. Meyerholz kommentierte dies erfreut: „Was wären die Jäger ohne die Bläser“, sagte er.
Die Tagungsordnungspunkte wurden knapp und zügig abgehandelt, um Zeit für den Vortrag von Andre Westerkamp zum Thema „Kunstbau für Füchse im Revier“ zu haben. Westerkamp berichtete, dass der Einbau eines künstlichen Fuchsbaus zur effektiven Bejagung des Fuchses in England eine 200 Jahre alte Technik sei. Er informierte sehr anschaulich in Wort und Bild, wie man handwerklich damit umgehe. Der leidenschaftliche Niederwildjäger, der von Kind an in Barßel mit der Jagd groß wurde, beeindruckte mit seinem Erfahrungswissen. Je weniger Füchse, desto mehr Hasen. Das lasse sich statistisch belegen, sagte er und machte den Jägern Mut, diese Technik zur Minimierung des Fuchsbesatzes in den Revieren einzusetzen.
