KüHLINGEN - „Wie selbstverständlich steht die Milch jeden Morgen bei uns auf dem Frühstückstisch. Aber was genau für Produktionsabläufe dahinter stecken, das weiß kaum einer.“ Susanne Quappen zögerte daher nicht lange, als sie vom Tag des offenen Hofes im Betrieb Wilkens in Kühlingen las und packte ihre beiden Söhne ins Auto. Zwei Stunden später dürfte die Familie mit vielen neuen Informationen und einem vollen Bauch nach Hause zurückgekehrt sein.
Mehrere hundert Besucher säumten am Sonntag die kleinen Wege des landwirtschaftlichen Hofes in Kühlingen, um Informationen über die moderne landwirtschaftliche Produktion aus erster Hand zu erhalten. „Mit solch einem Betrieb habe ich nicht gerechnet“, staunte Hofbesitzer Hans-Gerd Wilkens nicht schlecht, der zum ersten Mal an der Aktion zum „Tag des offenen Hofes“ teilnahm. Damit war er einer von insgesamt zwei Betrieben aus dem Landkreis. In Niedersachsen öffneten insgesamt 80 Betriebe ihre Pforten.
„Hier holt man sich ja heiße Waden“. Die Begeisterung einer Mutter hielt sich offenbar in Grenzen, als sie gemeinsam mit ihrer Tochter die Strohrutsche ausprobiert hatte. Die Kinder indes bekamen gar nicht genug davon.
Hans-Gerd Wilkens und seine Frau Karin hatten mehrere außergewöhnliche Aktionen auf dem Hof zusammengestellt. Neben der Strohrutsche durften die Kinder auf Schatzsuche im Körnerbad gehen, die Gleichgewichtsfähigkeit beim Kistenstapeln testen oder den Streichelzoo besuchen. Für die Erwachsenen stand eine 40 Meter hohe Aussichtsgondel auf der Anlage, von der aus man einen hervorragenden Überblick über die Umgebung genießen konnte.
Doch auch der Blick hinter die Kulissen des landwirtschaftlichen Hofes war möglich. Kuhfriseur Sönke Strudthoff stutzte mit einem Rasierer die Haare der Kühe, die für Auktionen und Schauzwecke gedacht sind. In den Ställen und Scheunen räkelten sich die Schweine oder stellten sich die Alpakas zur Schau.
Durch Gespräche oder Infotafeln konnten die zahlreichen Besucher den Weg der Milch vom Erzeuger zur Ladentheke verfolgen. Ob Melkmaschine, Kühltank oder Molkerei, ob Pasteurisieren oder Homogenisieren – Fachbegriffe, die jedem bekannt sind, aber den wenigsten Genaues sagen, wurden anschaulich erläutert.
„Das ist Landleben live“, sagte auch die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler, die einige Begrüßungsworte sprach und sich auf dem Hof „gleich gut eingedeckt“ hatte. Das Wetter indes präsentierte sich an diesem Tag eher wechselhaft. Zur schwülen Mittagszeit bildeten sich daher lange Schlangen vor dem hofeigenen Melkhus, welches Milchspezialitäten wie Milchshakes oder Joghurts anbot.
