Hannover - Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) startet 2016 durch mit der von Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) angekündigten „Entrümpelungsaktion“ in allen öffentlichen Schulen. Direkt zu Jahresbeginn stehen Gespräche mit den bildungspolitischen Verbänden auf dem Terminplan über Möglichkeiten des Bürokratieabbaus und damit verbundenen Belastungen für Lehrer. „Mit einigen Beteiligten hat die Ministerin bereits gesprochen“, bestätigte Heiligenstadts Sprecherin, Susanne Schrammar, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Zwei Schwerpunkte hat sich die Kultusministerin gesetzt. Ganz oben steht eine „Analyse der Arbeitszeit“ durch ein „Expertengremium“. Dabei sollen die Fachleute die arbeitszeitrelevanten Tätigkeiten von Lehrkräften und Schulleitungen „nach objektiven Kriterien“ bewerten. Das Gremium stellt die Ministerin aus Arbeits- und Bildungswissenschaftlern sowie Praktikern aus Schulen und Schulverwaltung zusammen. „Es wird eine über die Landesgrenzen hinausgehende Beteiligung angestrebt“, heißt es. Ziel ist es, „Kriterien, Instrumente und Verfahren zu erlangen, die eine rechtssichere Bemessung zur Arbeitszeit der Lehrkräfte ermöglichen“. Eine flächendeckende Arbeitszeiterhebung ist jedoch nach dem derzeitigen Planungsstand nicht geplant. Diese will die Lehrergewerkschaft GEW bei ihren Mitgliedern durchführen lassen.

Zweiter Schwerpunkt: Eine Online-Befragung aller rund 86 000 Lehrkräfte an öffentlichen Schulen in Niedersachsen – ergänzt durch Erkenntnisse, die bereits 2012 bei einer Befragung von Schulleitungen gewonnen wurden. „Ein genauer Termin der Online-Umfrage steht derzeit noch nicht fest“, sagt Ministeriums-Sprecherin Schrammar. Die Befragung werde in jedem Fall „im zweiten Schulhalbjahr durchgeführt“, also in der Zeit „nach Februar-Beginn“.

Die Umfrage liegt dabei in den Händen einer Universität. Gespräche über das wissenschaftliche Vorgehen laufen derzeit noch. Mit den Ergebnissen der Online-Befragung rechnet das Kultusministerium jedoch nicht vor dem Sommer. Wahrscheinliche Präsentation: nach der Sommerpause.

Auch die GEW will dann ihre Ergebnisse vorlegen. Es könnte ein sehr interessanter Vergleich mit ebenso interessanten Schlussfolgerungen werden.