Salzgitter - Die Suche nach einem Zwischenlager für den radioaktiven Müll aus dem maroden Atomlager Asse soll trotz Anwohnerkritik in unmittelbarer Nähe fortgesetzt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) sieht sich durch eine aktuelle Studie darin bestätigt, die Standortsuche in der direkten Umgebung der Asse voranzutreiben. Die Studie des BFS hätte die nötige fachliche Klarheit gebracht, sagte Sprecherin Ina Stelljes am Freitag.

Hintergrund sind Querelen zwischen dem BFS und der Asse-2-Begleitgruppe (A2B), die die Interessen der Region und der Bürger vertreten soll. Während das Bundesamt ein Zwischenlager in der Nähe der Asse bevorzugt, will die Begleitgruppe das Gebiet ausdehnen, in dem ein Standort gesucht wird. Die Begleitgruppe hatte gefordert, Auswirkungen möglicher Störfälle in einem Zwischenlager und die Verteilung der abströmenden Luft daraus zu untersuchen.

Das BFS analysierte daraufhin die Folgen eines Flugzeugabsturzes auf ein Zwischenlager sowie die Luftverteilung. Grundlage waren dabei geografische Daten eines realen Ortes, die den Gegebenheiten rund um die Asse ähnlich seien, erklärte Sprecherin Stelljes. Damit sollte eine bessere Vergleichbarkeit hergestellt werden.

„In keinem der sechs geprüften Absturz-Szenarien kommt es zu einer Überschreitung der Eingriffsrichtwerte“, sagte Stelljes. Diese Werte geben an, wann Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung nötig werden. Auch die Belastung der Abluft aus einem möglichen Lager liegt der Studie nach unterhalb der Grenzwerte. Das BfS sieht sich damit bestätigt, ein Zwischenlager nahe der Asse zu suchen, da so Transportwege und stärkere Strahlenbelastung für Arbeiter und Bürger vermieden werden könnten.

Die Vorsitzende der Begleitgruppe, Christiana Steinbrügge, kündigte an, die Studie durch Wissenschaftler auswerten zu lassen. Das Bundesumweltministerium begrüßte die vom BFS vorgesehenen Maßnahmen. „Als verantwortlicher Betreiber erarbeitet das BFS schrittweise Konzepte, um das Ziel der Rückholung erreichen zu können“, sagte eine Sprecherin.


In dem ehemaligen Salzbergwerk Asse lagern 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Sie sollen geborgen werden, da Wasser in die Asse eintritt. Bis ein passendes Endlager zur Verfügung steht, wird ein Zwischenlager eingerichtet.