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Literatur Läden mit ganz eigenen Seiten

Wildeshausen - Die Ladentür geht in regelmäßigen Abständen auf und zu. Es ist kurz nach 14 Uhr, „Hauptverkehrszeit“ sozusagen in der Gilde-Buchhandlung. Der rege Kundenlauf zeigt: Die Menschen kaufen auch in Zeiten des Internets gern in der Buchhandlung vor Ort ein. Ebenso sieht es bei Bökers am Markt aus. Immer mal wieder kommen Kunden rein, und sei es nur, um eine Grußkarte zu kaufen. Die beiden Läden bieten das an, was sie verkaufen wollen. Sie sind unabhängig.

Noch bis Sonntag, 20. November, dauert die Woche unabhängiger Buchhandlungen an. In dieser Woche soll auf die Individualität solcher Läden aufmerksam gemacht werden. Eine Individualität, die Bökers am Markt und die Gilde-Buchhandlung genießen.

In beiden Geschäften arbeiten Buchhändler mit Leidenschaft. Kerstin und Peter Gebhardt betreiben ihre Gilde-Buchhandlung seit 2002 an der Westerstraße. Auch Bökers am Markt ist schon seit vielen Jahren in Wildeshausen, den Vorgänger „Bökers“ eröffnete Inhaber Jens Fröhlke 1999 in Harpstedt.

Besondere Wünsche

Langjährige Erfahrung im Einzelbuchhandel wird von der Stammkundschaft oft dem Internethandel vorgezogen – dafür bedarf es viel Herzblut, wissen die Buchhändler. Was die unabhängige Buchhandlung so besonders macht? Kerstin Gebhardt zeigt auf ein Plakat. „Wir kennen den Geschmack unserer Kunden“, ist darauf zu lesen, und „Wir lieben es, Lust auf Lesen zu machen“. „Wir können besser auf den Kunden eingehen“, sagt Lene Hjortskov von Bökers am Markt. Manchmal würden sie und ihre Kollegen bei mehreren Verlagen anrufen, um einem Buchwunsch nachzukommen. Das bedeute zwar manchmal viel Arbeit. Aber für die Kunden machten es die Buchhändler gerne. Die Wünsche reichen vom Antiquariat bis zur Fachliteratur. Einmal, erinnert sich Hjortskov, wollte ein Kunde ein Werk über „Fliegenfischen in Tschechien“ haben – in englischer Sprache.

Nicht nur für die breite Masse ist auch das Angebot in der Gilde-Buchhandlung. Mitten im Sortiment findet sich ein großer Bildband mit Fotos von Baumrinden wieder. Wenn solch ein Werk nicht sofort einen Käufer findet, wird es nicht aus dem Regal genommen. „Es kam schon mal vor, dass ein Buch erst nach drei Jahren gekauft wurde“, sagt Peter Gebhardt. Das sei eben auch das Besondere an einer unabhängigen Buchhandlung: Durch die speziellen Angebote können die Kunden ihre eigenen Entdeckungen machen. Wer schmökern will, hat in der Sitzecke Gelegenheit dazu.

Einen Tag später abholen

Genau wie bei Bökers am Markt. Interessenten bekommen dazu, wenn sie mögen, einen Kaffee. Das Zwischenmenschliche steht hier weit vorn. „Man kennt sich. Wir empfehlen den Kunden auch Bücher“, sagt Mitarbeiter Michael Bunjes. Wer ein Buch bestellt, kann es oft am nächsten Tag abholen. Für Lene Hjortskov der bessere Weg, um an die Werke zu kommen. „Welches dicke Buch passt schon in einen Briefkasten?“

Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen
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