Frankfurt/Main - Chronischer Verkehrslärm verursacht geringere Gesundheitsrisiken als bisher angenommen. Der Krach kann demnach das Risiko für Depressionen und Herzschwäche erhöhen, wirkt sich aber nicht auf den Blutdruck aus. Das ist das Fazit der Studie Norah (Noise-Related Annoyance, Cognition and Health), die Experten am Donnerstag in Frankfurt vorstellten. Wissenschaftler hatten dafür fünf Jahre lang die gesundheitlichen Folgen von Flug-, Straßen- und Schienenlärm in den Regionen Rhein-Main, Köln-Bonn und Stuttgart untersucht.
Ein erhöhtes Risiko, an Depressionen zu erkranken, habe sich vor allem bei Menschen gezeigt, die Fluglärm ausgesetzt sind. Subjektiv fühlten sich die Menschen rund um alle untersuchten Flughäfen stark belästigt. Diese Beeinträchtigung sei bei gleichbleibendem Dauerschallpegel in den vergangenen Jahren gestiegen.
Positive Wirkung bescheinigen die Wissenschaftler dem Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen: Seit 2011 eine sechsstündige Ruhezeit eingeführt wurde, schlafen die Anwohner besser.
