Betrifft:
„Explosivstoffe kommen auch aus Wilhelmshaven“ und „Bahnanlieger in Angst vor Gefahrgut-Zügen“ (NWZ vom 2. Juli)Spätestens seit der Gasexplosions-Katastrophe in Viareggio mit zahlreichen Toten (...) dürften Befürchtungen und Argumente nicht nur Lärmbelastungen und Hauserschütterungen betreffen, sondern auch schwer kalkulierbare Gefährdungspotenziale durch Explosivstoffe und Giftgase bei Unfällen: auf Bahnschienen, Autobahnen und Straßen (auch Küstenkanal) durch Oldenburg und andere Orte (...).Für die großflächige Stadt Oldenburg mit kilometerlangen Durchfahrtstrecken wird an den Gefahrgut-Lkw-Unfall mit hochgiftigen Gassubstanzen auf der Wilhelmshavener Heerstraße vor 14 Jahren erinnert (...): Erst nach 20 Stunden konnte durch die aus dem Ruhrgebiet angeforderte Werksfeuerwehr eine drohende Katastrophe beseitigt werden. Die Oldenburger Berufsfeuerwehr konnte diesen Giftgasunfall seinerzeit technisch und personell nicht bekämpfen. Wegen dieses Unfalls 1995 war laut NWZ von den Behörden ernsthaft geplant, die gesamte Bevölkerung nördlich der Küstenkanal-Stadtstrecke zu evakuieren! Das wären rund 100 000 Menschen gewesen!
Explosions- und Giftgaskatastrophen können jederzeit und an jedem Ort geschehen, (...). Wegen der extremen Gefährdungspotenziale und der rasant ansteigenden Mengen von Gefahrgütern dürften radikal neue und weitreichende Sicherheitsmaßnahmen für Gefahrguttransporte auf Schienen, Straßen und Wasserwegen unabweisbar und dringend geboten sein.
Peter BrockmannOldenburg*
Betrifft:
„Schotter-Waggon entgleist in Osternburg“ und „Bahn-Vorfall hat politisches Nachspiel“ (NWZ v. 22. und 23. Juli)Ob die Ratsmitglieder und alle anderen, die eine Bahnumgehung ablehnen, jetzt noch ruhig schlafen können? Allein in den letzten Wochen hat es wiederholt schwere Entgleisungen gegeben. Es ist ganz natürlich, dass bei vielen Oldenburgern wegen des ständig zunehmenden Güterzugverkehrs im Zusammenhang mit dem Jade-Weser-Port größte Ängste entstehen, wenn sie von Unfällen wie in Viareggio erfahren.Überall versucht man, den Güterzugverkehr aus den Städten zu verbannen, doch den Zuständigen in Oldenburg ist das egal, obwohl man jetzt mit einer Umgehungsbahn für Güterzüge Nägel mit Köpfen machen könnte. Der Hinweis auf die Sicherheit der Bahn, dass sich gegebenenfalls ein Zug von selbst wieder aufgleist, nachdem er vorher entgleist war (...), ist zwar nicht ernst gemeint, aber viele Politiker in Oldenburg verlassen sich scheinbar darauf. Diese Vogel-Strauß-Politik ist haarsträubend.
Anstatt der Bahn Vorwürfe zu machen, sollte sich Herr Kossendey lieber für eine Bahnumgehung einsetzen. Alles andere ist Flickschusterei und wird letztendlich genauso teuer.
Elisabeth PradelOldenburg
*
Betrifft: „Lärmschutz an der Bahnstrecke gibt es ab 2012“ (NWZ vom 29. Juli)Leicht hatten es die beiden Eisenbahner nicht, den im CCH versammelten Oldenburgern ihre sogenannten Lärmschutzpläne schmackhaft zu machen, denn die meisten der anwesenden Bürgerinnen und Bürger hatten viel weitreichendere Vorstellungen von „Lärmschutz“ als die Eisenbahner und die verschiedenen Politiker: Die Bürger wollen, dass die Lärm- und Gefahrenquelle (nämlich die Güterzüge) nicht durch Oldenburg hindurch, sondern um Oldenburg herumfährt.Angesichts dieser kritischen Forderungen blieb den Männern von der Bahn letzten Endes nur noch das Mittel der Erpressung: „Wenn Sie das wollen, dann wird das ganze Lärmschutzprogramm zurückgenommen.“ Und ein anwesender Politiker hieb in dieselbe Kerbe, indem er bräsig zu bedenken gab, dass die Planung einer Umgehungsstraße für Güterzüge 15 oder mehr Jahre dauern würde. Dazu kann man als wählender Bürger nur gegenfragen: Wenn das so lange dauert, warum hat die Politik dann nicht schon seit langem mit den erforderlichen Planungen angefangen? Und: Wenn wir jetzt nicht endlich damit anfangen, wann denn sonst?
Die Lösung für Oldenburg kann nur heißen: Das eine tun und das andere nicht lassen. Also: Wenn die Bahn die Verbindung nach Wilhelmshaven ausbauen will, dann ist sie gesetzlich gezwungen, Lärmschutzvorsorge zu betreiben. Ein Geschenk an Oldenburg ist das nicht.
Gleichzeitig mögen unsere Politiker bitte endlich beginnen, über die nächsten vier oder fünf Jahre hinauszuschauen und sich in Abstimmung mit den Menschen, die sie gewählt haben, um eine Zukunftsplanung für den Eisenbahnverkehr um Oldenburg herum zu kümmern. Erpressen lassen wollen wir uns nicht.
Karl-Heinrich QueckenstedtOldenburg*
Fazit der Bahnbevollmächtigten: Lärmschutz versus Güterverkehrstrasse. Mein Vorschlag: Güterverkehrstrasse mit vollster Konzentration.Der Bau der Autobahn-SüdUmgehung in Oldenburg damals war schon ein großes Projekt. Sie wurde allerdings mit Vehemenz und Schnelligkeit nicht zuletzt durch den politischen Einsatz von Herrn Küpker zur Entstehung gebracht. Sogar samt Enteignungen. Es wäre schön, wenn sich ein richtiger Volksvertreter um die Belange der Stadt kümmerte.
Nun höre ich direkt den Aufschrei der Bürger: in der Zwischenzeit ohne Lärmschutz?! Ich kann Sie beruhigen. Es geht. So im Stadtsüden, der auf Lärmsanierung, also noch nicht einmal Lärmschutz, Jahre zu warten hat. Und dies, obwohl der zu erwartende Lärm 78 dB(A) betragen soll (ab 70 dB (A) amtliche Einstufung als gesundheitsgefährdend, nicht mehr gesundheitsstörend). Aber da gibt es ja noch den Bonus der Bahn von 5% für das Lärmsanierungsgebiet und 5%, weil der Lärm auf die Stunde zusammengerechnet wird = 68 dB(A) amtlicher Lärm, 78 dB(A) tatsächlicher Lärm.
Betont wurde, dass selbst der Nordosten der Stadt „eigentlich“ kein Lärmschutz zusteht. Glück gehabt. Und es sei gegönnt.
Hannelore von ReekenOldenburg * Es grenzt an Erpressung, wenn auf die Forderung nach der einzig wirksamen Maßnahme, einer Bahnumgehung für Güterzüge, der Verlust des gesamten Lärmschutzes als Folge genannt wird.So etwas lassen sich scheinbar nur Oldenburger Politiker gefallen. Eine Bahnumgehung ist natürlich nur über die große Politik machbar. Hier sollten die Ratsmitglieder endlich einmal Durchsetzungsvermögen zeigen und mit ihren großen Partei-Schwestern und Brüdern in Berlin Tacheles reden.
Manfred PradelOldenburg
