Herr Johannes, die gute Dorfgemeinschaft ist ja bereits in mehreren Beiträgen als ein Pluspunkt von Bergedorf herausgestellt worden. Wo hat das Dorf weitere Stärken?
JohannesWas mich über viele Jahre an Bergedorf immer wieder begeistert, ist die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, sich zum Beispiel nach einem anstrengenden Tag von der Hektik des Alltags zu entfernen. Man kann in der Umgebung immer Neues entdecken und muss durchaus nicht auf ausgetretenen Wegen gehen. Bergedorf hat eine schöne Alleinlage, ungestört durch Autobahn oder Eisenbahnlinie. Trotzdem haben wir kurze Wege zu benachbarten Städten.
Wo liegen die Schwächen?
JohannesUnser Landschaftsbild wird geprägt durch die Landwirtschaft. Es ändert sich aber und entfernt sich vom klassischen Bild mit Viehhaltung, Ackerbau, Grünland. Ein Punkt ist die Zunahme des Maisanbaus, auf manchen Wegen geht man wie durch einen Wald von Mais. Insgesamt geht das Bunte, die Vielfalt, etwas verloren.
Was wünschen Sie sich für Bergedorf?
JohannesIch wünsche mir Perspektiven für Menschen, die sich zu unserem Ort hingezogen fühlen, hier auch Wurzeln zu schlagen. Die Frage ist, wo Wohnraum entstehen könnte. Bergedorf hat sich verändert, landwirtschaftliche Betriebe haben sich zurückgezogen. Wir sollten gemeinsam schauen, wie man diese Höfe einer anderen Nutzung zuführen kann.
Und der Gasthof?
Johannes Der Bergedorfer Krug ist bei vielen Menschen in schöner Erinnerung. Wir sollten innerhalb der Gemeinde nach Wegen suchen, diesen Landgasthof wieder zu aktivieren. Da ist der Ort allein überfordert. Denkbar wäre eine ortsübergreifende Funktion, zum Beispiel als ein kleines Zentrum für die plattdeutsche Kultur. Wir brauchen Ideen, um den Gasthof zu beleben.
Welchen Stellenwert hat für Sie der Kindergarten?
Johannes Der liegt uns sehr am Herzen. Die Kinder sind hier auch emotional in einer Atmosphäre unterwegs, die heute selten zu finden ist – in einem alten Gebäude, daneben ein Bolzplatz, Kühe in der Nachbarschaft. Unsere Forderung ist, dass diese kleine Insel so bestehen bleibt.
