Hannover - Im Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Pflege will Niedersachsen die Ausbildung von Pflegeassistenzkräften verbessern. Dazu habe die Landesregierung eine Initiative des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) aufgegriffen und eine neue Rahmenrichtlinie zur Berufsausbildung vorgelegt, teilte der bpa am Dienstag in Hannover mit.
Zukünftig werden die Pflegeassistenten erweitert qualifiziert und dürfen mehr medizinisch notwendige Behandlungspflege selbstständig durchführen, hieß es. Hierzu zählten unter anderem Medikamentengabe, Blutzuckerkontrollen, Verbandwechsel und Einreibungen.
Bislang mussten neben den Pflegeassistenzkräften, die hauptsächlich grundpflegerische Leistungen vornehmen durften, examinierte Pflegefachkräfte die Behandlungspflege ausführen. Künftig könnten damit kranke und pflegebedürftige Menschen häufiger von einer einzigen Person versorgt werden und müssten sich nicht auf einen Besuch zusätzlicher Pflegekräfte einrichten. Für die ambulanten Pflegedienste werde damit die Attraktivität des Berufsbildes der Pflegeassistenzkräfte deutlich gesteigert. Gleichzeitig werde das Interesse an der Ausbildung durch ein umfassenderes und eigenverantwortlicheres Einsatzfeld für die Auszubildenden deutlich interessanter, so der bpa. Auch würden die examinierten Pflegefachkräfte in ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit entlastet.
Der bpa ist nach eigenen Angaben mit mehr als 7500 Mitgliedseinrichtungen, davon über 950 in Niedersachsen, die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Im Verband sind Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft organisiert. Sie umfassen 230 000 Arbeitsplätze und 17 700 Ausbildungsplätze.
