Außer der Bank bot kein weiterer Interessent bei der Versteigerung. Der Verkehrswert des Gebäudes wurde auf 650 000 Euro festgesetzt.
Von Ulrich Schlüter
NORDENHAM - 460 000 Euro hat die Bremer Landesbank für das ehemalige Kaufhaus Connect in der Fußgängerzone geboten. Damit bleibt die Gläubigerbank im Besitz des Gebäudes und erteilt allen Spekulations-Hoffnungen eine Absage. Einen Zuschlag konnte der Rechtspfleger Ralf Schütte dafür nicht geben. Eberhard Peusch, Bevollmächtigter der Bank, hatte nach Ablauf der Bieterfrist die Aussetzung des Zuschlags beantragt.
Grund: Der Verkehrswert des rund 100 Jahre alten Gebäudes war laut Gutachten auf 650 000 festgeschrieben worden. Beim ersten Termin hätten mindestens 50 Prozent des Verkehrswertes, also 325 000 Euro, erzielt werden müssen. Weitere Gebote außer dem der Landesbank wurden nicht abgegeben. Die Bank rechnet aber damit, dass die gebotene Summe für eine Gebäude in Toplage ein realistischer Wert sei. Am 19. Dezember wird entschieden, ob der Zuschlag erfolgt.
Die Alleineigentümerin hatte bis zuletzt versucht, den Besitz vor der Zwangsversteigerung zu bewahren. Die mittlerweile in Frankfurt lebende Geschäftsfrau hat Insolvenz beantragt. Die Insolvenzverwalterin hatte beim Amtsgericht interveniert und beantragt, von einer Zwangsversteigerung abzusehen, weil höhere Erlöse zu erwarten seien. Das hatte das Amtsgericht jedoch am 16. November mangels Glaubhaftmachung abgelehnt. Eine 14-tägige Widerspruchsfrist muss nun eingehalten werden.
