Hooksiel - Traditionell bei Tee und Torte haben sich am Dienstagabend zahlreiche Landfrauen und Vertreter aus anderen Vereinen und der Gemeinde Wangerland in Hooksiel versammelt, um gemeinsam mit den Hooksieler Landfrauen das 60-jährige Vereinsbestehen zu feiern.

Vorsitzende Anita Eden führte launig durch den Abend. Die Landfrauen Hooksiel wurden am 5. Dezember 1952 auf einer Adventsfeier von Annchen Müller und Edens Tante Irma Cornelßen gegründet. Anita Eden erinnerte die Landfrauen an die ersten Jahre: „Damals wie heute machte man sich schick für die Veranstaltungen der Hooksieler Landfrauen“, sagte sie.

Es sei fast selbstverständlich gewesen, dass Frauen nach der Hochzeit mit einem Landwirt in einen Landfrauenverein eintraten. „Dort können sich Frauen auf dem Land austauschen und Freundschaften schließen“, so Eden. Aus dem Verein entstanden sogenannte „Kränzchen“, bei denen die Frauen sich trafen, einige bestehen bis heute.

Julia Wienken, stellvertretende Vorsitzende des Landfrauenverbands Weser-Ems warf einen Blick auf die Entstehung der Landfrauenbewegung: Vor mehr als 100 Jahren gründete Elisabeth Böhm im Jahr 1898 den ersten landwirtschaftlichen Hausfrauenverein. Als Qualitätszeichen für landwirtschaftliche Produkte und später als Verbandsabzeichen entstand damals die „Biene“, die noch heute das Logo der Landfrauen ist. „Sie war damals der Stempel für Qualitätseier“, so Wienken.

Nach der Gründung des Deutschen Landfrauen Verbands (DLV) 1948, folgte 1957 die Gründung des Landfrauenverbands Weser-Ems, in dem heute rund 30 000 Landfrauen organisiert sind. Wiemken dankte den Landfrauen Hooksiel für ihren ehrenamtlichen Einsatz für Frauen auf dem Land.


Auch Wangerlands Bürgermeister Harald Hinrichs und Alexandra Stolz vom Kreisvorstand der Landfrauen Friesland-Wilhelmshaven sowie Bernd Tscherney vom Vorstand des Hooksieler Dorfvereins richteten Grußworte an die Landfrauen Hooksiel.

Hinrichs thematisierte politische Forderungen der Landfrauen auf Landes- und Bundesebene – darunter die Anerkennung für das Lebenswerk von Frauen und die Einführung des Schulfachs „Alltags- und Lebensökonomie“.

„Der Landfrauenverein Hooksiel soll seine Position im Wangerland weiterhin inne haben“, sagte er. Er biete eine gute Möglichkeit zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch für Frauen auf dem Land.

Den Festvortrag zum Thema „Frauen – Generationen – Vielfalt“ hielt Autorin und Journalistin Wiebke Eden. Sie sprach über Frauen und Emanzipation im gesellschaftlichen Wandel.

Der Landfrauenchor unter Leitung von Almut Leiner sorgte für den musikalischen Rahmen und erfreute die Gäste mit verschiedenen Liedern.