Stenum - Auch Ganderkesees Landfrauen beschäftigen sich mit der aktuellen Flüchtlingssituation: Bei der Vortragsveranstaltung des Landfrauenvereins am Dienstagnachmittag im Hotel Backenköhler in Stenum hielt Adda Reinken einen Vortrag zum Thema „Flüchtlinge, Migration und Teilhabe“.
In einem weiteren Vortrag mit dem Titel „Der erste Eindruck zählt – der Garten als Visitenkarte“ zeigte Mechthild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie anhand vieler Bilder, worauf es bei der Gestaltung des Hauseingangsbereichs, des Vorgartens und der Haus- und Hofzufahrten ankommt.
Von einer „ganz komplexen Aufgabe“ und „großen Herausforderung“ berichtete Reinken, die bei der Arbeiterwohlfahrt in Lemwerder (Kreis Wesermarsch) arbeitet, und nannte Zahlen: Etwa eine Million Flüchtlinge kamen im Jahr 2015 nach Deutschland. Der Landkreis Oldenburg sei dank eines im September 2015 gegründeten Krisenstabs gut vorbereitet gewesen. 1000 Menschen wurden dort in Notunterkünften untergebracht. Doch der Landkreis rechnet für das Jahr 2016 mit einem Fehlbedarf von 12 Millionen Euro – die die Gemeinden vorfinanzieren müssen.
Es sei die Aufgabe der Kommunen, die Flüchtlinge angemessen zu versorgen, betonte Reinken. In erster Linie müsse bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung gestellt werden. Zudem müssen die Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt untergebracht werden, damit sie eine Perspektive haben. Die größte Hürde dabei sei die Sprachbarriere. Deshalb sei es wichtig, für alle Deutschkurse zu ermöglichen.
Die Lage sei nicht immer einfach, doch „haben wir keine Wahl“, sagte Reinken. Alle Kräfte müssen gebündelt und koordiniert werden, betonte sie: „Wenn wir unsere Zukunft und unser Umfeld weiterhin lebenswert gestalten wollen, müssen wir uns darauf einlassen. Wir werden es schaffen!“
