LANDKREIS - „Ich wollte die Zeit nutzen, um mich beruflich zu orientieren“, sagt Stephanie Bens. Die 19-Jährige aus Edewechterdamm absolviert am Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Huntlosen ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ). Ein überaus spannendes Projekt führt sie und die FÖJ-lerin Jennifer Schaar an die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wildeshausen. Gemeinsam mit Holger Adomat, Projektleiter der Qualifizierungsinitiative Energie- und Solartechnik, werden die „Klimatage“ an der Haupt- und Realschule am Everkamp in Wardenburg vorbereitet.
„Es wird verschiedene Stationen geben, an denen die Schüler Versuche zu Energie und Klima leicht nachvollziehen können“, so Adomat am Mittwoch. Herzstück sei die große Photovoltaikanlage, an der die Wardenburger Neuntklässler bereits im Rahmen des praxisorientierten Unterrichts an der BBS gearbeitet haben. Das Solardach soll am Freitag in Wardenburg aufgebaut werden.
Ein „Leuchturmprojekt“
Weiterhin werden im Parcours physikalische Versuche mit Glühbirnen und Energiesparlampen aufgebaut, erläutert Bens. Einer von fünf Versuchen beschäftige sich mit der richtigen Ausrichtung von Solarmodulen. „Das RUZ unterstützt den praxisnahen Unterricht im Energie- und Solartechnikbereich“, so Adomat. Die enge Absprache mit den Kollegen an den Haupt- und Realschulen trage Früchte. Inzwischen sei die Zusammenarbeit im Landkreis zu einem „Leuchtturmprojekt“ geworden. Bundesweit brechen 21 Prozent der Berufsanfänger ihre Ausbildung im ersten Lehrjahr ab, in Niedersachsen seien es 19,5 Prozent und im Landkreis Oldenburg nur 4,5 Prozent. Das sei ein deutliches Indiz für den Erfolg der Berufsorientierung. Durch den praktischen Unterricht erhalten Haupt- und Realschüler nicht nur Einblicke in die für sie noch fremde Arbeitswelt, sondern auch Zugang zu mittelständischen Betrieben in der Region. So seien auch bei den „Klimatagen“ in Wardenburg, die am 17. Januar offiziell beginnen, heimische Firmen präsent. Adomat: „Das kann eine richtige Kontaktbörse für die Schulabgänger werden.“ Weil in diesem Jahr ein doppelter Abitur-Jahrgang entlassen werde, sähen sie sich ohnehin einem zusätzlichen Wettbewerb ausgesetzt.
Fahne für Schülerfirma
Auch für die BBS-Schülerfirma „Metallic“, besetzt mit Berufsfachschülern im Bereich Metallbau und Versorgungstechnik, zahlen sich diverse Kooperationen aus. So stifteten Unternehmen eine Bannerfahne und T-Shirts für die Schülerfirma. „Das sind die Klimaschützer überhaupt“, weist Adomat auf die Verantwortung der Branche für die Umwelt hin. Daher sei das Projekt „Solar 2000“ an der BBS erst der Anfang gewesen. „Wir können noch mehr.“
Auch FÖJ-lerin Stephanie Bens zeigt sich von der Umwelttechnik begeistert. „In der Schule fand ich Biologie immer total klasse.“ Bei der Frage nach dem Studium sei sie aber noch unentschlossen.
