Landkreis Cloppenburg - 65 915 der 170 346 Einwohner des Landkreises Cloppenburg gehen arbeiten, die Arbeitslosenquote lag Ende Mai bei 3,6 Prozent, die Beschäftigungsquote bei 61,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt unter dem Bundes- und Landesdurchschnitt, heißt es vom Landkreis Cloppenburg. Dieser hat nun erstmals ein sogenanntes Arbeits- und Ausbildungsmonitoring erstellt.
Die Zahlen und Daten sollen helfen, um einen Überblick über den Arbeitsmarkt zu bekommen. Außerdem wurden in dem Monitoring Handlungsfelder aufgezeigt, wie beispielsweise ältere Arbeitnehmer wieder in den Arbeitsmarkt eingebunden werden können.
Wo hakt es?
Wirtschaftsförderin Katharina Deeben stellte jüngst die Ergebnisse den Mitgliedern des Kreis-Ausschusses für Planung und Umwelt vor. Insgesamt sei festzuhalten, dass der Fachkräftemangel im Kreisgebiet zunehme, wobei man versuche, dem mit Aktivitäten zur Fachkräftesicherung entgegenzuwirken. Die Beschäftigungsquote der Frauen sei nach wie vor noch zu gering – „nur“ 53,1 Prozent der Frauen gingen zum Stichtag 30. Juni 2018 arbeiten, im Bund lag diese Zahl bei 56,5 Prozent, in Niedersachsen bei 55,1 Prozent. Hier könnten vor allem Aktivitäten der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft beim Landkreis sowie ein Projekt der Volkshochschule zur Qualifizierung von Alleinerziehenden und Berufsrückkehrerinnen helfen, so Deeben. Außerdem werden im Förderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Frauenarbeitsplätze doppelt angerechnet.
Und auch bei der Teilzeitquote von Frauen sieht Deeben nach der Erhebung noch Verbesserungsbedarf. 22,5 Prozent der weiblichen Beschäftigten arbeiten im Landkreis in Teilzeit, im Land sind es 29,1 Prozent, deutschlandweit liegt die Teilzeit-Quote bei 28,2 Prozent (Stand: 30. Juni 2018). Maßnahmen in diesem Bereich sind der Ausbau der Kinderbetreuung, die Sensibilisierung von Unternehmen für Teilzeitstellen sowie die verstärkte Vermittlung von Teilzeitstellen.
Wo gibt es Arbeit?
Über eine unterdurchschnittliche Arbeitslosenquote freute sich Deeben bei der Vorstellung. Das liege beispielsweise auch am starken Handwerk – 25 Prozent der Beschäftigten arbeiten in diesem Bereich, so Deeben. Ende Mai gab es im Kreisgebiet 2296 unbesetzte Stellen. Darüber hinaus ist der Großteil der Einwohner im Landkreis im produzierenden Gewerbe tätig (44,8 Prozent), es folgen sonstige Dienstleistungen (32,4 Prozent), Handel, Verkehr und Gastgewerbe (18,3 Prozent) sowie Land- und Forstwirtschaft und Fischerei (4,5 Prozent).
Wer ist arbeitslos?
9,5 Prozent der Arbeitslosen sind zwischen 15 und 25 Jahre alt, 30,5 Prozent sind langzeitarbeitslos, 25,8 Prozent der Menschen sind über 55 Jahre alt. Um diese Zahl weiter zu senken, müssten Qualifizierungsmaßnahmen weiter ausgebaut werden, auch das Jobportal des Landkreises oder das Jobcenter seien hier gefragt. Daneben stehe die Einbindung älterer Arbeitnehmer im Fokus der Förderung mit verschiedenen Maßnahmen. Besonders wichtig sei die Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt. Ein besonderer Schwerpunkt sei die Entwicklung einen Willkommenskultur – 21,4 Prozent der Arbeitslosen haben ausländische Wurzeln.
Der Nachwuchs
Und wie sieht es beim Nachwuchs aus? 3386 Auszubildende gab es im Jahr 2018 im Landkreis Cloppenburg. Der Großteil der jungen Fachkräfte absolvierte eine Ausbildung im produzierenden Gewerbe (47,4 Prozent), 19,9 Prozent der Azubis lernten im Handel, Verkehr- und Gastgewerbe, 17,7 Prozent in sonstigen Dienstleistungen, 10,9 Prozent in Unternehmensdienstleistungen, 4,2 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Fischerei. Die Zahl der Ausbildungsverträge bei der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer im Landkreis Cloppenburg steigt seit Jahren (siehe Grafik).
Um diese Entwicklung beizubehalten, werden die Schulen im Landkreis laufend unterstützt. Außerdem wird das Angebot ständig ergänzt, neue Ausbildungsberufe sind beispielsweise laut dem Landkreis Kaufmann/ -frau für E-Commerce, Elektroniker für Betriebstechnik, Gesundheit/Pflege, Mechatroniker und Chemielaborant.
4503 Einwohner des Landkreises waren zum Wintersemester 2018/2019 an Fachhochschule und Universitäten eingeschrieben. 130 Schüler verließen 2018 dagegen die Schule ohne eine Hauptschulabschluss – das entspricht einer Quote von 4,2 Prozent. Hier soll mit Projekten wie dem Pro-Aktiv-Center, den Jugendwerkstätten und mit Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen geholfen werden.
