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Ernährung Dioxin: Vier Betriebe im Kreis betroffen

LANDKREIS - Nach den Dioxinfunden in Eiern und Tierfutter hat auch das Veterinäramt des Landkreises Oldenburg reagiert. „Wir haben sofort alle Herstellerlisten, die uns zur Verfügung gestellt wurden, ausgewertet“, erklärte Kreisveterinär Dr. Carsten Görner. Am Dienstagmorgen stand das Ergebnis fest: Auch drei Putenmastbetriebe und ein Legehennenstall im Landkreis Oldenburg seien betroffen. Dort müssen Probeschlachtungen durchgeführt werden.

In welchen Orten die Betriebe ansässig seien, wollte Görner unter Hinweis auf den Datenschutz nicht sagen. Die Landwirte hätten das Tierfutter nicht von der Firma Harles & Jentzsch aus dem schleswig-holsteinischen Uetersen, gegen die nun die Staatsanwaltschaft ermittelt, erworben. Vielmehr habe der Hersteller ein offenkundig belastetes Vorprodukt an fünf weitere Hersteller abgegeben. Diese fünf Produzenten wiederum hätten ihr Futter an die Fleischerzeuger geliefert. Görner: „Über diesen Umweg sind wir an die Betriebe gelangt.“ Der Kreisveterinär bemängelte jedoch, dass die aus Hannover übermittelten Listen noch mit Betrieben aus Nordrhein-Westfalen gespickt gewesen seien.

Wie Görner der

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  weiter erläuterte, wurden die betroffenen vier Betriebe im Kreis sofort angerufen. „Einer war bereits von seinem Futtermittellieferanten informiert worden.“ Das möglicherweise belastete Futter sei aber bereits im November geliefert und längst verfüttert worden. Ob von dem Fleisch eine Belastung für die Verbraucher ausgehe, müsste erst näher untersucht werden. Dazu müssten nun sieben Tiere einer Tiergruppe geschlachtet werden. Die Proben würden der Muskulatur entnommen. Mit den Ergebnissen sei voraussichtlich erst in zwei Wochen zu rechnen. Die Hersteller dürfen bei einem Verdacht ihre Produkte nicht in den Verkehr bringen. Ein Betrieb müsse eigentlich in Kürze die Tiere beim Schlachthof abliefern. In dem Fall sei die weitere Vorgehensweise unklar.Verständnis für das Vorgehen der Behörden äußerte das Kreislandvolk. „Der Schutz der Verbraucher hat Priorität“, sagte Kreislandwirt Jürgen Seeger der

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. Er verlangte mehr Transparenz auf den Wegen zur Futtermittelherstellung. Zugleich mahnte Seeger rasche Ergebnisse aus den Prüflaboren an. Wenn Geflügelmäster vier Wochen lang keine Tiere abliefern könnten, stelle sie das vor immense Probleme.

Auch Kreislandvolk-Geschäftsführer Bernhard Wolff betonte, es müsse zunächst darum gehen, die Landwirte bei der Ablieferung ihrer Ware zu unterstützen. Auf der Geschäftsstelle in Huntlosen hätten sich Betroffene aber noch nicht gemeldet. „Auch wir kennen die Betriebe nicht.“ Wolff zufolge müssten die Betriebe Schadensersatz nach dem Verursacherprinzip geltend machen. Der Deutsche Bauernverband hält einen Schaden in Millionenhöhe für die Höfe für möglich.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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