LANDKREIS - Der Holzeinschlag in der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Oldenburg-Delmenhorst, die 5380 Hektar Wald von 611 Mitgliedern betreut, stieg im vergangenen Jahr auf 15 500 Festmeter Holz. „Wir haben 17 Prozent mehr Holz eingeschlagen als im Vorjahr. Das Holz war gut abzusetzen“, berichtete Bezirksförster Hubert Brüning. In 2010, das deute sich bereits an, werde noch mehr Frischholz umgesetzt werden.
Mit Blick auf die steigenden Preise bei allen Holzsortimenten bezeichnete FBG-Vorsitzender Günter Westermann die Entwicklung der Holzvermarktung als erfreulich. Weiter teilte Westermann mit, dass ökologische Ausgleichsmaßnahmen als Ersatz für Bodenabbau oder Baumaßnahmen jetzt auf monotonen Nadelwaldflächen durchgeführt werden können, indem man sie durch einen Unterbau mit Laubholz aufwerte. „Wir hatten dieses Thema schon auf der Tagesordnung, bevor im Rahmen der Novellierung des Bundes- und Landesnaturschutzgesetzes eine Inanspruchnahme wertvoller landwirtschaftlicher Nutzflächen nur noch erfolgen soll, wenn es keine anderen Möglichkeiten von Ausgleich gibt“, betonte der Vorsitzende. In der Praxis laufe das so ab, dass vorher eine Biotopkartierung stattfinde und eine Zielsetzung definiert werde, erläuterte Forstamtsrat Hans-Joachim Ehrig von der LWK Niedersachsen.
Zurzeit beschäftige sich der FBG-Vorstand mit dem geplanten Neuzuschnitt der Kammerforstämter in Niedersachsen. Die Anzahl der Forstämter solle von neun auf fünf reduziert werden. Für den Weser-Ems-Bereich sei nur noch ein Forstamt in Osnabrück vorgesehen. Westermann richtete an die anwesenden Politiker Christian Dürr (FDP) und Kar-Heinz Bley (CDU) den Appell, sich für den Verbleib des Forstamtes in Oldenburg einzusetzen.
Norbert Leben, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen, strich in seinem Vortrag über die Zukunft des Privatwaldes besonders den Stellenwert des Bezirksförsters heraus. „Er ist das Allerwichtigste für den Waldbesitzer, denn er leistet die Arbeit auf der Fläche.“ Dass diese Leute in den FBGs so weiterarbeiten können wie bisher, garantiere eine effektive Organisation des Privatwaldes. Kritisch setzte er sich mit den zunehmenden Ansprüchen der Gesellschaft an den Privatwald als Wasserlieferant und Kohlendioxydbinder auseinander. Naturschutzanforderungen seien nicht zum Nulltarif, sondern nur gegen Entgelt in Form von Vertragsnaturschutz zu haben. Abschließend erhielt Bezirksförster Michael Feiner einstimmig von der Versammlung grünes Licht für die Fortsetzung der Waldkalkung.
