LANDKREIS - Neu aufgestellt hat sich der „Trägerverein Frauen und Wirtschaft (Beruf & Familie) e.V.“, der unter anderem Frauen bei der Entwicklung beruflicher Perspektiven unterstützt. Unter einem gemeinsamen Dach sind nun die Projekte Existenzgründungsagentur für Frauen (EFA) und die Koordinierungsstelle (KOS) Frauen und Wirtschaft vereint. Möglich wurde dies durch den Beitritt der Stadt Oldenburg zum Verein, der bislang vom Landkreis Oldenburg und der Stadt Delmenhorst getragen wurde. „Damit verringert sich für den Kreis der Zuschuss um 11 000 Euro jährlich“, teilte Landrat Frank Eger am Dienstag in der Sitzung des Gleichstellungs-, Integrations- und Migrationsausschusses (GIMA) mit.

Probleme hatte der Ausschuss mit der neuen Satzung des Trägervereins. „Leider ist das Ehrenamt im Vorstand nicht ausreichend vertreten“, bedauerte SPD-Fraktionsvorsitzender Detlef Sonnenberg. Landrat Eger sei automatisch Vorstandsvorsitzender. Zum geschäftsführenden Vorstand werden der Vorstandsvorsitzende und die 3. Stellvertreterin, Gleichstellungsbeauftragte Ina-Maja Lemke-Hadick, berufen. Eger könne im Zweifel zweimal auf dem gleichen Blatt Papier unterschreiben, meinte Sonnenberg. Er forderte im Namen seiner Fraktion eine Erklärung, „dass das rechtlich einwandfrei ist“.

FDP-Fraktionschef Ernst-August Bode meinte, das Konstrukt sei „außerordentlich problematisch“. „Auch weil es etwas mit persönlichen Beziehungen zu tun hat“, wies er auf das private Verhältnis zwischen Eger und Lemke-Hadick hin. „Ich hätte mehr Fingerspitzengefühl erwartet“, so Bode.

Eger widersprach: Es handele sich bei dem Verein um eine juristische Person. Die Ergänzung der zehn Jahre alten Satzung sei selbstverständlich genau geprüft worden. Im Übrigen müsse er den Vertrag dem Kreistag lediglich zur Kenntnis geben. Auch Lemke-Hadick betonte, es habe sich weder organisatorisch noch an den Verantwortlichkeiten etwas geändert. Im Gegenteil: „Parallelstrukturen werden nun zusammengeführt“, sagte sie.

Zuvor hatte die Leiterin der KOS und der EFA, Claudia Körner-Reuter, die Arbeitsbereiche erläutert. „Wir wollen das bewährte Modell ausbauen.“ Der Kreisausschuss hatte bereits einem Zuschuss in Höhe von 22 000 Euro (bislang 33 000) zugestimmt. Eger zufolge würden für die Ausstattung der vergrößerten Koordinierungsstelle noch 10 000 Euro benötigt. Sonnenberg beharrte darauf, dass das Thema im Kreistag beraten werde. „Für uns ist wichtig, wie der Verein arbeitet.“

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent