LANDKREIS/HUDE - Ortslandwirt Abel erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Kreislandwirt Seeger sagt, der Kläger habe alle Informationen erhalten.

Von Stefan Idel

LANDKREIS/HUDE - Schweres Geschütz fährt Ortslandwirt aus Lintel (Gemeinde Hude), Helge Abel, gegen die Führungsspitze des Kreislandvolkverbandes Oldenburg auf. Er wirft dem geschäftsführenden Vorstand sowie Geschäftsführer Bernhard Wolff vor, „mindestens ein Schwarzgeldkonto“ zu führen. Auf dieses Konto würden für den Verband vorgesehene Gelder „in erheblicher Höhe“ gelenkt. Abel erstattete nach eigenen Angaben gestern bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg Anzeige wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs.

Der Kreislandvolk wies die Vorwürfe aufs Schärfste zurück. „Es gibt keine schwarze Kasse“, sagte der 1. Vorsitzende des Verbands, Kreislandwirt Jürgen Seeger. Das gleiche betonte Geschäftsführer Bernhard Wolff. Wie alle berufsständischen Organisationen habe auch der Kreislandvolkverband Rahmenverträge mit Dritten. Einnahmen würden ordnungsgemäß verbucht und von Rechnungsprüfern entsprechend kontrolliert. Neben Wolf und Seeger werden auch die stellvertretenden Vorsitzenden Jürgen Logemann (Harbern II) und Rainer Bücking (Ganderkesee) namentlich in der Anzeige genannt. Seeger zufolge habe der Kläger bereits im vergangenen Jahr alle notwendigen Information erhalten.

Das bestreitet Abel. Er sei im Geschäftsbericht über den Posten „Besondere Einnahmen“ gestolpert. Hier seien außergewöhnlich hohe Summen aufgeführt worden. Deshalb habe er seinerzeit beim Kreisverband schriftlich um Aufklärung gebeten. Die Offenlegung sei bis heute recht dürftig ausgefallen. Auf einen entsprechenden Antrag seinerseits bei der Vertreterversammlung des Kreislandvolks im vergangenen Jahr habe Geschäftsführer Wolf die Auskunft über das Konto verweigert, so der Ortslandwirt.

Abel sagt, die Existenz des „Schwarzgeldkontos“ sei von „mehreren unabhängigen Personen vor Zeugen“ bestätigt worden. Der Vorstandsvorsitzende eines großen Unternehmens habe ihm gegenüber erklärt, dass seine Firma jährlich 200 000 Euro an den Verband überweise. Abel will wissen, was mit dem Geld und möglichen Zinsen geschieht.


Bereits vergangenes Jahr hatte der Linteler Vorwürfe gegen die Verbandsspitze erhoben (die NWZ berichtete) – und Widerspruch geerntet. Die Anzeige dürfte bei der Vertreterversammlung des Kreislandvolks morgen, Freitag, in Wardenburg für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgen.