LANDKREIS/HUNTLOSEN - Die 61-Jährige ist vor allem von der abwechslungsreichen Landschaft und den Menschen begeistert. Im Juli reist sie wieder nach Dagestan.

Von Katrin bendel

LANDKREIS/HUNTLOSEN - Gisela Bräuer aus Huntlosen hat eine besondere Leidenschaft: Die 61-Jährige schwärmt für das kaukasische Land Dagestan, das sie regelmäßig besucht. Wie oft sie dort gewesen ist, weiß sie selbst schon nicht mehr genau. Zusammen gerechnet hat sie gut ein Dreivierteljahr in dem Land, das so groß wie Niedersachsen ist, verbracht.

Alles begann 1991, als Gisela Bräuer gemeinsam mit Ehemann Jürgen an einer Bürgerreise nach Machatschkala, Dagestans Hauptstadt am Kaspischen Meer und Partnerstadt von Hatten und Oldenburg, teilnahm, die von der Gemeinde Hatten angeboten wurde. Damals wusste sie nichts über das Land und sprach kein Wort Russisch. Das änderte sich schnell, denn von Anfang an haben Dagestans vielfältige Landschaft und seine Menschen die Huntloserin fasziniert.

„Der Norden des Landes ist ganz flach, eine Art Steppenlandschaft, völlig kahl und versalzen. Dann gibt es das Hochgebirge mit Bergen, die über 4000 Meter hoch sind, mit Schnee und Gletschern und heiligen Seen. Aber es gibt auch parkähnliche Landschaften mit Wald und Wiesen, Flüssen und Bächen“, erklärt sie.

Ihre vielen weiteren Reisen in die Hauptstadt Machatschkala, aber auch die Touren, die sie von dort aus in alle Teile des Landes führten, unternahm sie allein, nur in Begleitung ihres Bergführers Siaudin. Das sei mutig, sagen ihr viele. Gisela Bräuer sieht das anders: „Man muss sich anpassen, damit man nicht allzu sehr auffällt. Und ich wohne immer bei einer befreundeten Familie, das ist viel weniger gefährlich als in einem Hotel.“


1996 hat die Lehrerin außer Dienst vier Monate in Machatschkala verbracht und an der Pädagogischen Universität Deutsch gelehrt. „Es ist unglaublich spannend, am ganz normalen Alltagsleben teilzunehmen, das ein ganz einfaches ist, ohne Luxus, ohne ständig fließendes Wasser“, erzählt Gisela Bräuer.

Im vergangenen Jahr hat sie mit Bergführer Siaudin unter anderem eine zehntägige Wanderung im süddagestanischen Gebirge unternommen und die Pilgerstätte, das Grab des heiligen Schalbus, der als einer von 40 Gläubigen den Islam nach Dagestan gebracht haben soll, besucht. Schon der Transport mit einem 53 Jahre alten Geländewagen war ein echtes Abenteuer, der anschließende steile Fußweg mit Zelt und dem kompletten Gepäck äußerst beschwerlich. Doch die Ruhe und der Frieden an der heiligen Stätte, an der sich außerhalb der Pilgerzeit sonst niemand aufhielt, und die Schönheit der Landschaft mit den heiligen Seen entschädigten für alles.

Im Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte August dieses Jahres möchte Gisela Bräuer wieder für drei Wochen nach Dagestan reisen, und zwar wieder ins Gebirge und zum Schalbus-Grabmal. Vier Personen können die Huntloserin begleiten, die gelegentlich als Reiseleiterin arbeitet und schon Trekkingtouren nach Dagestan organisiert hat. Interessierte können sich unter 04487/628 informieren.