LANDKREIS - Zehn Mädchen im Alter von sieben bis zehn Jahren lernten in Hespenbusch bei Großenkneten Selbstverteidigung und überwanden einen Hindernis-Parcours mit Ponys. Drei Tage stand jeweils vormittags die Selbstverteidigungsart „Wen Do“ auf dem Programm. Bei dieser mädchenbezogenen Technik geht es vor allem darum, den Schülerinnen aufzuzeigen, welche Handlungsmöglichkeiten sie haben. Neben konkreten Handgriffen wurde mit den Mädchen überlegt, welche Lösungen sich in schwierigen Situationen finden lassen. Es wurden also Fragen beantwortet wie „Was kann ich tun, wenn ein Auto bei mir anhält und ich angesprochen werde?“ Den Kindern wurde aufgezeigt, dass sie das Recht auf eigene Meinung und Empfindungen haben.

Der zweite Teil der Veranstaltung, in dem die Mädchen aktiv mit den Pferden arbeiten, soll den Kindern natürlich Spaß machen, aber auch als Möglichkeit dienen, die neu erworbene Durchsetzungskraft mit den Ponys zu erproben. Denn so brav die hübschen Reittiere auch wirken, kann es doch einige Schwierigkeiten bereiten, die 400-Kilo-schweren Tiere dazu zu bringen, über kleinere Hindernisse traben.

Wen-Do-Trainerin Ebba Ache berichtete, dass jedes fünfte bis siebte Mädchen von sexueller Gewalt betroffen sei. Mareike van’t Zet (Jugendamt des Kreises) führte aus, dass viele Täter den Missbrauch genau planen und das Vertrauen der Opfer gezielt manipulieren. Hier gelte es, den Anfängen zu wehren und bereits frühzeitig seine eigenen Grenzen abzustecken.

Finanziert wurde dieses Angebot vom Jugendamt des Landkreises Oldenburg. Außerdem unterstützte auch das Gleichstellungsbüro Großenkneten die Maßnahme.