LANDKREIS - Bereits seit zwei Jahren laufen die Vorbereitungen; am Donnerstag, 26. Mai, wird die dreitägige Veranstaltung zum Thema Klimawandel in der Widukindhalle Wildeshausen offiziell eröffnet. Sie soll zugleich Auftakt für ein offenes Bürgerforum sein, damit der Landkreis Oldenburg eine so genannte 100-Prozent Erneuerbare Energie-Region wird.

Ein breites Bündnis aus Umwelt-, Energie- und Klimaschutzgruppen – von der Agenda 21 Ganderkesee bis zum RUZ Hollen – hatte die Initiative zur Schaffung einer „100%-Region“ ergriffen. „Bereits heute bezieht der Landkreis 62 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien“, sagt Hartmut Fröling vom Vorstand des Klimazentrums Kirchhatten. Es wirkt als Koordinationsstelle und leistete organisatorische Vorarbeit. Wärme und Energie seien eine unübersehbare Basis für die regionale Wertschöpfung. Daher gehe es darum, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen und ein breites Bürgerbündnis zu schmieden. Ein neues „Stuttgart 21“ dürfe es im Landkreis Oldenburg nicht geben, meint Fröling.

Mit Vorträgen zu Biogas-, Solar- und Windkraftanlagen startet die dreitägige Veranstaltung am 26. Mai. Beim Rahmenprogramm präsentieren sich unter anderem die BBS-Schülerfirmen „Solar 2000“ und „Metallic“ sowie die Hunteschule Wildeshausen mit ihren Energie-Projekten.

Höhepunkt soll eine Podiumsdiskussion am Freitag, 27. Mai, ab 20 Uhr werden, an der Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW, Berlin) und Dr. Peter Moser, Klimaschutz-Experte an der Universität Kassel, teilnehmen. „Wir haben uns die besten Leute nördlich von Frankfurt geholt“, so Fröling. Kemfert werde zuvor über die wirtschaftlichen Chancen einer klugen Energiewende referieren; Moser einen praktischen Einstieg in die „100%-Region“ geben. Offiziell soll das Bürgerforum für die „Erneuerbare Energie-Region“ am Sonnabend, 28. Mai, 10 Uhr, gegründet werden.

Die Initiative hat Kosten von rund 26 900 Euro für die Aufaktveranstaltung errechnet. So werde jeder Haushalt im Landkreis in den nächsten Tagen ein Faltblatt (Bild links) erhalten. Bingo-Lotto fördere die Hauswurfsendung mit rund 9800 Euro. Weiterhin müssen Honorare, Fahrtkosten und Kommunikationsmittel bezahlt werden. Der OOWV sponsere einen „Wassertruck“. Einen erheblichen Teil der Kosten finanziere das Aktionsbündnis, zu dem nahezu alle Naturschutzorganisationen aus dem Kreis gehören, über Eigenleistungen.


„Wir wollen einen verlässlichen Zukunftsplan erarbeiten“, kündigt Fröling einen Schwerpunkt der Diskussion an. Die Installation des Bürgerforums am letzten Tag der Klimatage sei zugleich Auftakt für die Arbeit von acht regionalen Gruppen in den Gemeinden. Sie sollen zu Themen wie Biogas, Recycling oder Mobilität beraten. Mindestens viermal pro Jahr sei ein Plenum geplant. Fröling hält eine Agenda für die nächsten 20 Jahre für möglich.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent