LANDKREIS - Die Staatsanwaltschaft Stendal will ein Strafverfahren wieder aufnehmen. Im April hatte die LzO Anzeige erstattet.

Von Stefan Idel

LANDKREIS - Gegen eine Ehrung des langjährigen Kreislandwirtes Kai Seeger (Sage) am heutigen Donnerstagabend in der Geschäftsstelle des Kreislandvolkverbandes in Huntlosen regt sich Widerstand. „Von den Mitgliedern wird dieses Vorhaben kontrovers und kritisch gesehen“, erklärt Helge Abel, Ortsvorsitzender in Lintel (Gemeinde Hude) und Mitglied des Verbands. Im Zusammenhang mit einem laufenden Insolvenzverfahren über die Kai Seeger KG in Büssen (Sachsen-Anhalt) wirft Abel dem früheren Funktionär vor, er sei „weder von seiner Persönlichkeit, noch von seiner fachlichen Eignung her in der Lage“ gewesen, die Landwirtschaft in den entsprechenden Gremien zu vertreten.

Der Landwirt aus Lintel greift die Verbandsspitze scharf an. Sie habe den Fehlentwicklungen monatelang tatenlos zugesehen. Abel: „Ein vorläufiger Höhepunkt wurde erreicht, als die Aufwandsentschädigungen von Herrn Seeger in der Kreisgeschäftsstelle (...) gepfändet wurden.“ Erst auf Druck der Basis habe Seeger sein Amt abgegeben.

Sein Nachfolger als Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes sowie als Kreislandwirt, Jürgen Seeger, bestätigte auf Anfrage, dass sein Vetter Kai Seeger heute im Rahmen einer nicht-öffentlichen Vorstandssitzung geehrt werden solle. Abels Vorwürfe seien aber „unhaltbar“. Das Insolvenzverfahren sei allein Sache des Betroffenen; damit habe der Kreisvorstand nichts zu tun.

Die Staatsanwaltschaft Stendal wird nach Angaben ihres Sprechers ein vorübergehend eingestelltes Strafverfahren gegen Kai Seeger in Kürze wieder aufnehmen. Dem Ex-Kreislandwirt werde vorgeworfen, vor der Insolvenz seines Betriebs in Sachsen-Anhalt Sicherheitsleistungen mehrfach abgetreten zu haben, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Kramer, erklärte. Nach NWZ -Informationen sollen auch die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) sowie die Volksbank Ahlhorn-Großenkneten eG betroffen sein. Laut Staatsanwaltschaft hat die LzO im April Anzeige erstattet (Az.: 408 JS 11849/05). Sowohl die Volksbank Ahlhorn wie die LzO wollten sich unter Hinweis auf das laufende Verfahren nicht offiziell zu den Vorwürfen und zur Schadenshöhe äußern.


Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat nach Angaben eines Sprechers ein zweites Verfahren gegen Seeger wegen Verdachts auf Betrug am 21. November mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Man habe deutlich gemacht, dass es sich bei den Sicherheiten um verschiedene Rechtsgüter – darunter der Windpark in Sage sowie der Tierbestand in Büssen – gehandelt habe, sagte Seegers Anwalt Thomas Klein der NWZ . Die LzO hat Beschwerde gegen den Beschluss eingelegt, so Klein. Kai Seeger selbst äußerte sich auf NWZ -Anfrage nicht zum Stand des Strafverfahrens. Es würden offenbar Gerüchte gestreut, um ihm persönlich zu schaden.