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Verbraucher Preise schwanken beim Tanken

Manuela Wolbers

Landkreis - Der Spritpreis im Landkreis Oldenburg war in den vergangenen Wochen konstant hoch. Seit einigen Tagen sind Benzin und Diesel wieder günstiger. Wie kommen die Preise zustande? Die NWZ hat nachgefragt.

Der Preis der Kraftstoffe orientiere sich am Rohölpreis, erklärt Stefan Jung, Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation bei der Tankstellenkette Westfalen. In diesem Jahr habe das Niedrigwasser des Rheins den Preis zusätzlich beeinflusst. Schiffe konnten und können zum Teil nur ein Drittel der üblichen Fracht transportieren. Momentan sei der Rohölpreis jedoch niedriger und Kraftstoffe dadurch wieder günstiger.

Kraftstoff wird knapp

Die Transportschwierigkeiten verursachen noch ein anderes Problem: die ausreichende Versorgung sämtlicher Tankstellen. „Wir konnten bisher immer alle Kraftstoffe anbieten, aber zum Teil mussten wir ganz schön improvisieren“, so Jung.

Dass die Preise sich innerhalb eines Tages so häufig ändern, liege daran, dass alle Tankstellen ihre Preise melden müssten. So können Tankstellenbetreiber ihre Preise an die der Konkurrenz anpassen. Einen günstigen Tag zum Tanken gebe es nicht mehr. Kunden müssten über den Tag verteilt Preise vergleichen. „Meist ist es am späten Abend, zwischen 21 und 22 Uhr, am günstigsten.“ Das gelte nicht immer, sei aber eine gute Faustregel.

Die Dieselpreise sind nicht im gleichen Maße gesunken wie die Benzinpreise. „Im Winterhalbjahr wird Diesel immer teurer“, erklärt Stefan Jung. Diesel sei auch ein Heizstoff und die Nachfrage im Winter höher. Außerdem werde in Deutschland Biodiesel beigemischt. Dieser sei von Anfang August bis Mitte November rund 40 Prozent teurer geworden und das wirke sich ebenfalls auf den Dieselpreis aus.


Auch die Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) Hatten-Huntlosen war und ist vom Rhein-Tiefstand betroffen. Süddeutsche Tankstellenbetreiber holen Kraftstoffe bei den norddeutschen Vermarktern, sagt Geschäftsführer Wilfried Knipper. „Wir bekommen nicht genug Ware, weil viel in den Süden verschoben wird“, erklärte er. „Zurzeit haben wir mal die ein oder andere Sorte für ein paar Stunden nicht im Verkauf, da unser Vorlieferant nicht mehr an Ware kommt.“

Zur Vorausplanung hoffe er, dass Kunden zwei bis drei Tage vor Weihnachten volltanken. Dann könnten die Tanks noch einmal befüllt werden und die Tankstellen hätte so „einen gewissen Vorrat für die Feiertage“.

Im Gegensatz zu anderen Tankstellen, die häufig von Pächtern betrieben werden, beziehe die RWG den größten Teil der Einnahmen nicht über die Zusatzgeschäfte im Laden. Dennoch gebe es Einbußen. „Wenn des Spritgeschäft leidet, dann natürlich auch der Shopumsatz.“

Preise vergleichen

Und was sagen die Kunden an den Zapfsäulen dazu? Die Ahlhornerin Nadine Borchertmeyer ist viel mit dem Auto unterwegs. „Ich vergleiche die Preise. Wenn es geht, warte ich, ob es noch günstiger wird.“ Doch irgendwann müsse sie tanken – ewig warten könne keiner. Jennifer Steinhauer aus Ganderkesee vergleicht Spritpreise im Internet. Auch sie wartet, wenn der Sprit noch reicht, lieber ab, ob es nicht noch irgendwo günstiger wird. Manchmal ärgert sie sich über die hohen Preise. „Aber Kunden können im Endeffekt ja nichts dagegen machen.“

Dass es immer noch teurer geht, zeigt ein Blick ins Archiv: Vor fünf Jahren waren die Spritpreise schon einmal sehr hoch – und ein Liter Super lag zum Teil bei bis zu 1,67 Euro.

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