LANDKREIS - Die Hochentastung von ausgewählten Douglasien wird im Niedersächsischen Forstamt Ahlhorn jetzt abgeschlossen. Seit Anfang der 1990er Jahre wurden auf 1300 Hektar etwa 80 000 ausgewählte Bäume bis auf zehn Meter Höhe geastet. „Da die Douglasie ihre Äste nicht von selbst abwirft“, so Ulrich Zeigermann, stellvertretender Forstamtsleiter in Ahlhorn „asten wir ausgewählte Bäume, um den Wert dieses schönen und dauerhaften Holzes weiter zu steigern.“
Astreines Douglasienholz wird im Möbel- und Innenausbau geschätzt und verbessert die statischen Eigenschaften bei der Verwendung als Bauholz. In den Niedersächsischen Landesforsten wachsen zurzeit auf fünf Prozent der Waldfläche Douglasien. Zukünftig soll ihr Anteil aufgrund ihrer Klimaresistenz auf etwa zehn Prozent steigen.
„Astrein“ sagt schon der Volksmund zu besonders gut gelungenen Dingen. „So veredeln wir auch die Douglasie“, so Zeigermann, „wenn der junge Baum so dick ist wie ein Bierkrug, asten wir auf den ersten drei Metern. Dann geht es in zwei Stufen weiter bis auf zehn Meter Höhe. Wir wollen diese Bäume ernten, wenn sie 85 cm stark sind. Sie haben dann einen astreinen Speckgürtel von 50 bis 60 Zentimetern.“
Diese Maßnahme steigert nicht nur den künftigen Verkaufswert des Holzes um etwa das Doppelte, auch der Verwendungsbereich für das hellrötliche Douglasienholz wird für Innenausbau und Möbelfertigung deutlich erweitert. Die Verbesserung der statischen Eigenschaften erlauben es zudem dem Baustatiker, mit geringeren Holzquerschnitten zu rechnen. Damit könnten Material und Kosten gespart werden.
Forstwirtschaftsmeister Hubert Krogmann ist mit zwei Kollegen im Revier Baumweg unterwegs und astet die letzten Douglasienbäume ausgesuchter Qualität von sechs auf zehn Meter Höhe. Ausgestattet ist jeder Forstwirt mit einer zweiteiligen Steckleiter, einer superscharfen Handsäge und mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsgurt. Senkrecht wird die erste Aluminiumleiter an den Baum gestellt, schnell bestiegen und in fünf Metern Höhe festgegurtet. Dann wird das zweite Leiterteil am Seil hochgezogen aufgesteckt und dann kann die Astung von sechs auf zehn Meter beginnen.
„Die Wertastung läuft in drei Stufen ab“, beschreibt Krogmann die Vorgehensweise „Die ersten drei Meter wird der noch junge Baum vom Boden aus per Hand geastet. Dann geht es nach ein paar Jahren weiter mit einer Gestängesäge oder einer pneumatischen Schere bis auf sechs Meter. Die Hochentastung bis auf zehn Meter führen wir seit etwa zehn Jahren entweder mit diesem Leiterverfahren durch oder in großen Douglasienbeständen sind wir auch mit einem Hubsteiger mit Raupenfahrwerk durch den Wald gefahren.“
Drei Bäume je Stunde schafft ein trainierter Forstwirt. Von der Hochentastung der jetzt etwa 20 bis 30 cm starken Bäume bis zur Ernte des wertvollen Starkbaumes mit 85 cm Durchmesser dauerte es dann noch ca. 50 Jahre.
