LANDKREIS - „Meine Firma! Meine Zukunft“, lautet der Slogan in einer Sprechblase. Oder: „AAA – Aktion attraktive Arbeitsplätze“. „Triple A steht im Bankwesen für höchste Bonität“, erklärt Werbefachmann Stefan Iken von der Agentur „Team Iken“. Über das Label ist sich die Expertenrunde, die am Dienstag auf Einladung von WLO-Geschäftsführer Hans-Werner Aschoff im Kreishaus zusammenkam, noch nicht einig. Über das Ziel schon: Angesichts des demografischen Wandels und des Facharbeitermangels müsse für kleine und mittlere Unternehmen die Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern zu einem wichtigen Thema werden.
Einen „Paradigmenwechsel“ forderte Dr. Thomas Hildebrandt, Geschäftsführer der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer. Bisher habe es „Personal aus dem Füllhorn“ gegeben. Auch Susann Ruppert (Handwerkskammer) und Thorsten Becker von der Firma Meyer-Technik aus Ganderkesee bestätigten, dass Fachkräfte inzwischen „ein knappes Gut“ geworden seien. Ausbildung und Personalbindung würden immer wichtiger.
Die Interessen der Arbeitnehmer haben sich geändert. Die Zukunftssicherung des Arbeitsplatzes steht auf einer Werteskala von 1 bis 5 mit 4,72 ganz oben, wie Ann-Christin Gajda aus Sandkrug im Rahmen ihrer Diplom-Arbeit herausgefunden hat. Es folgen Kriterien wie „Spaß an der Arbeit“ oder „unbefristeter Arbeitsvertrag“. Gerade für Frauen habe die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen hohen Stellenwert, fand die 22-Jährige heraus. Gajda hatte 304 Mitarbeiter aus zehn Betrieben im Landkreis Oldenburg befragt. 200 (65,79%) sandten die Bögen zurück.
„Der Kampf um gute Köpfe hat längst begonnen“, sagte Dr. Ina-Maja Lemke-Hadick, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises. Sie wies ebenso wie Claudia Körner-Reuter, Leiterin der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft (KOS), auf die zentrale Bedeutung der Familienfreundlichkeit bei der Auswahl des Arbeitgebers hin. Reiner Fürst, Kämmerer im Kreishaus, meinte, attraktive Unternehmen und sprudelnde Steuereinnahmen würden letztlich dazu beitragen, die Infrastruktur auszubauen.
Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WLO) will gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern Firmen im Kreis für das Thema „Attraktivitätssteigerung“ sensibilisieren. Eine Checkliste für Unternehmen hält die WLO bereit. Besuche bei Firmen, die bereits heute das Thema vorbildlich vorleben, seien ebenso geplant wie die Einbindung im Internet-Auftritt oder die Erstellung von Informationsbroschüren. Zunächst einmal wollen sich die Netzwerkpartner auf das „Aktionslabel“ einigen.
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