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Wirtschaft „Mehr Kraft in die Beratung“

LANDKREIS - Die Rede ist vom so genannten „Aschenputtel-Syndrom“: Wenn es um die Unternehmensnachfolge geht, greifen die Altinhaber nur in zehn Prozent der Fälle auf weibliche Führungskräfte zurück. „Dabei sind Frauen in der Wirtschaft genauso erfolgreich wie Männer“, sagt Maggie Haardiek von der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland. Frauen den Weg in die Selbstständigkeit ebnen will auch die Existenzgründungsagentur für Frauen (EFA). Die „neue EFA“ unter der Regie des Trägervereins Frauen & Wirtschaft stellte sich am Mittwoch im Kreishaus Wildeshausen vor.

Keine Doppelstrukturen

Unter dem Dach des Trägervereins arbeiten künftig de Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft (KOS) und EFA, die bislang in Oldenburg zu Hause war, zusammen. An der KOS sind neben dem Kreis die Städte Oldenburg und Delmenhorst beteiligt. 75 Prozent der Mittel kommen vom Land und der EU (die

NWZ

  berichtete). „Wir wollten Doppelstrukturen vermeiden und die interkommunale Zusammenarbeit voranbringen“, wie Landrat Frank Eger, zugleich 1. Vorsitzender des Trägervereins, vor gut 60 geladenen Gästen erläuterte. Es gelte, „mehr Arbeitskraft in die Beratung“ zu bringen und diese effektiver zu gestalten. Eine Zusammenarbeit in dieser Form gäbe es in Niedersachsen bislang noch nicht.

Vernetzung wichtig

Geleitet werden KOS und EFA von Claudia Körner-Reuter. Zum Team gehören Annette Bovensiepen, Cindy Stern und Simone Eiskamp. Beratungen werden in Wildeshausen, Delmenhorst und Oldenburg angeboten. EFA werde Chancen und Risiken der Gründungsidee genau abwägen, hieß es. Eine Vernetzung sei besonders wichtig: „Unter Beziehungen leidet nur der, der keine hat“, meinte Eger.

Er konnte unter den Gästen die Gleichstellungsbeauftragte Kornelia Ehrhardt (Oldenburg), die Delmenhorster Stadträtin Barbara Bartels-Leibholt und den Oldenburger Wirtschaftsförderer Klaus Wegling begrüßen. Das Gleichstellungsnetzwerk im Kreishaus Wildeshausen leitet Dr. Ina-Maja Lemke-Hadick.

Auch im Handwerk sei das Potenzial der Unternehmensgründerinnen längst nicht ausgeschöpft, sagte Joachim Hagedorn, Betriebsberater der Handwerkskammer Oldenburg unter Hinweis auf eine aktuelle Studie. Von den 12 438 Betrieben im Kammerbezirk würden nur 2528 (20,3 Prozent) von Frauen geführt. Davon sei der Anteil der Friseurmeisterinnen mit 827 (33%) besonders hoch. Danach folgten aber schon Berufsfelder wie Kfz-Meisterin, Malerin oder Maurerin. Im Landkreis Oldenburg seien 21 Prozent der Betriebe in weiblicher Hand. Hagedorn: „Das Handwerk ist nach wie vor attraktiv für Frauen.“

Aufgelockert wurde die Informationsveranstaltung mit vielen Unternehmerinnen von diversen Stellungnahmen der Gäste. Die Bremer Grafikdesignerin Valeska Scholz zeichnete mit leichter Hand Porträts der Akteure. „Eine gute Idee“, fand auch die Wildeshauser Unternehmerin Anke Harms-Kropp.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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