LANDKREIS - Der offizielle Abgabetermin für Tausende von Fragebögen ist zwar erst am Sonntag, 31. Juli. Doch die Bilanz der Volkszählung 2011 im Landkreis Oldenburg fällt bereits positiv aus. „Die Zahl der fehlenden Fragebögen ist überschaubar“, sagte Ralf Wiechmann, Hauptamtsleiter im Kreishaus. Es habe kaum Verweigerer gegeben. Die Prüfer des Landesinnenministeriums hätten der „Zensus-Stelle“ im Kreishaus kürzlich eine tadellose Arbeit und die strikte Einhaltung des Datenschutzes attestiert.
Offiziell war der EU-weite „Zensus 2011“ am 9. Mai gestartet worden. 210 sogenannte Erhebungsbeauftragte waren seitdem im Landkreis Oldenburg unterwegs, um gut 19 000 Bürger in rund 7000 zufällig ausgewählten Haushalten zu befragen. „180 Erhebungsbeauftragte sind fertig“, berichtete Birgit Kathmann, die Leiterin der Erhebungsstelle im Kreishaus. Mit der Rekrutierung der Erhebungsbeauftragten über die Gemeinden habe man „die richtige Taktik gewählt“.
Die erste große „Inventur“ seit 23 Jahren lief auf zwei Ebenen ab: Alle Haus- und Wohnungseigentümer wurden im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung angeschrieben. Hier war das Land zuständig (siehe Kasten). Bei der zweiten Ebene, der Befragung von zehn Prozent der Haushalte, war der Kreis im Boot. Insgesamt gingen bislang 6100 Fragebögen, also gut 87 Prozent, ein. „Zehn Prozent haben per Internet geantwortet“, so Wiechmann. Etwa 20 Prozent der Betroffenen haben den Fragebogen nicht im Beisein des Erhebungsbeauftragten ausgefüllt, sondern persönlich zurückgeschickt. Allerdings musste die Zensusstelle aus dieser Gruppe noch einmal gut 40 Prozent anschreiben, weil diese die 14-Tage-Frist überschritten hatten.
„Sensible Bereiche“
Schredder versagt Dienst
Größere Probleme traten nach Angaben Kathmanns nicht auf. Der Ausfall von zwölf Erhebungsbeauftragten konnte rasch kompensiert werden. Für ausländische Mitbürger standen Dolmetscher zur Verfügung. Aufgrund der strengen Datenschutzbestimmungen wurde sämtliche Post für den Zensus im Kreishaus gesondert gesammelt und durfte erst in der Erhebungsstelle geöffnet werden. Wiechmann: „Für den Raum hat noch nicht einmal der Landrat einen Schlüssel.“
Nach der Befragung ist vor der Befragung: Nun wird bei einem Prozent der Haushalte nochmals nachgefragt. Das diene der Kontrolle der Erhebungsbeauftragten. Einen Sonderfall bildet die Gemeinde Dötlingen: Weil sie weniger als 10 000 Einwohner hat, werden dort 700 Bürger nochmals angeschrieben. Mahnschreiben erhalten in den nächsten Tagen die wenigen Verweigerer. Kathmann: „Wir werden das Verfahren voll durchziehen, bis zum Zwangsgeld.“
