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Trassenführung „Landschaft würde zerschnitten“

Wardenburg - Von der so genannten Variante F einer neuen 380-Kilovolt(kV)-Leitung wäre die Gemeinde Wardenburg mit wertvollen Landschaftsschutzgebieten stark betroffen. Das geht aus der Raumwiderstandsanalyse hervor, die in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses vorgelegt wurde. Damit ist sozusagen amtlich, was die Verwaltung und die Bürger schon befürchtet hatten und wogegen es bereits massive Proteste gab.

Vier Trassenvarianten

Für den Bau der Leitung im nördlichen, Wardenburg betreffenden Teil ist die Tennet TSO GmbH zuständig. Die Stromleitung soll von Conneforde über Cloppenburg bis nach Merzen im Landkreis Osnabrück führen. Die Trassenvariante F ist eine von insgesamt vier möglichen Streckenführungen. Im ersten Abschnitt soll die rund 60 Kilometer lange bestehende 220-kV-Stromleitung zwischen Conneforde im Landkreis Ammerland und Cloppenburg durch die leistungsstärkere 380-kV-Leitung ersetzt werden. Auf Teilabschnitten wäre eine Erdverkabelung möglich.

Die Raumwiderstandsanalyse betrachtet den Verlauf im Gemeindegebiet Wardenburg zwischen Litteler Fuhrenkamp und Autobahn 29. Die Trasse liefe von der Querung des Küstenkanals auf der bestehenden 220 kV-Trasse bis östlich von Benthullen und würde dann in südöstlicher Richtung westlich vom Litteler Fuhrenkamp verschwenken. Im weiteren Verlauf wären auch Charlottendorf-Ost und -West betroffen.

In der Analyse wird besonders betont, dass die Trassenvariante in einem „bisher von Freileitungen unzerschnittenen Raum“ verliefe, mit dem Litteler Fuhrenkamp noch dazu durch ein Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiet. Zudem kritisiert das Planungsbüro Diekmann und Mosebach, das die Analyse erstellt hat, dass auch die Lethe-Niederung durchschnitten würde. Die Fachleute weisen darauf hin, dass die Gemeinde in einem großen Teil der Lethe-Niederung eigentlich Ausgleichsflächen konzentrieren wolle.

„Markante Landschaftselemente“, „hoher Erholungs- und Bildungswert“, „schutzwürdige Böden“, „typische Kulturlandschaftselemente“, „fünf Brutplätze des gefährdeten Steinkauzes“ – die Analyse lässt keinen Zweifel daran, dass diese Variante F nicht ohne Grund heftig bekämpft wird. Abschließend wird betont, dass sich in einem großen Teil des Trassenkorridors „sehr hohe und hohe Raumwiderstände“ darstellen. Dies liegt zum einen an der Wohnbebauung bei Littel, zum anderen an den Landschaftsschutzgebieten Litteler Fuhrenkamp und Lethe-Niederung.


Antrag im Frühjahr

Die Gemeinde Wardenburg hat auf die Trassenführung keinen direkten Einfluss, die Planung liegt beim Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems. Auch hier ist man sich bewusst, dass die Trassenplanung sensible Bereiche betrifft. „Wir können viele der Einwendungen vor Ort gut nachvollziehen“, betont Bernhard Heidrich vom ArL in Oldenburg. Doch ohne Trasse keine Energiewende. Wie sieht die zeitliche Planung aus? Hier gelte Sorgfalt vor Schnelligkeit, so Heidrich, aber: „Wir versuchen, die Planungen mit Tennet zügig voranzubringen.“ Bis zum Frühjahr sollen die Antragsunterlagen von Tennet vorliegen, dann kann mit dem Raumordnungsverfahren begonnen werden. Das anschließende Planfeststellungsverfahren liegt in den Händen des niedersächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr.

Ende 2015 hatte das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) festgelegt, dass es zu den bisherigen Trassenvarianten eine weitere Alternative geben sollte – die jetzige Variante F.

Vier Trassenführungen sind derzeit im Gespräch. Trasse A und B führen westlich vom Zwischenahner Meer Richtung Cloppenburg und gabeln sich: A knickt bei Bösel nach Süden ab, B führt gen Osten zur jetzigen 220-kV-Trasse.

Die C-Trasse orientiert sich komplett an der bestehenden Stromtrasse, F wiederum knickt von C nach Osten zur Autobahn 29 ab. Zwei weitere Alternativen (D und E) werden ausscheiden, weil sie das Vogelschutzgebiet „Hunteniederung“ berühren würden.

Nur die Variante F betrifft unmittelbar Wardenburger Gebiet.

Der Vorteil der Variante F liegt laut ArL darin, dass hier eine Bündelung der Trasse mit anderer Infrastruktur am besten möglich ist. Zudem betrifft diese Trassenführung zu einem Teil jenen Trassenraum, in dem jetzt schon eine 220-kV-Leitung verläuft. Sie soll zugunsten der neuen Leitung rückgebaut werden. Die Varianten im Überblick unter

Anke Brockmeyer
Anke Brockmeyer Reportage-Redaktion
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